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Bagger im Garten

Offizieller Baubeginn auf dem IGA-Gelände in Marzahn

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich begannen am Donnerstag die Arbeiten für die Internationale Gartenbauausstellung. Auf 100 Hektar wird in den nächsten zwei Jahren gebaut.

Noch ist viel Fantasie nötig, um sich das Besucherzentrum am künftigen Haupteingang zu den Gärten der Welt vorzustellen. Ein rotweißes Band markiert die Umrisse des modernen Baus am Blumberger Damm. Jörg Weber vom preisgekrönten luxemburgischen Architekturbüro ww+ breitet die Arme aus und versucht, seinen Entwurf zunächst mit Worten zu erklären. »Das Gebäude erhält eine elegante Backsteinfassade und großzügige Verglasungen«, sagt der 46-Jährige. Es wird eine scharfkantigen, offene Form haben, die einen Innenhof sowie einen Vorplatz einbettet. Ausgestattet wird es mit einem Informations- sowie Veranstaltungsbereich und beherbergt Gastronomie: 150 Sitzplätze im Innern und zudem 200 auf der Terrasse. »Natürlich können auch Eintrittskarten erworben werden«, sagt Weber.

Während der Architekt weiter neugierige Fragen beantwortet, sitzt Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA Berlin 2017 GmbH, auf einem Bagger und gräbt die ersten Erdbrocken aus dem Boden: »Mit diesem symbolischen Spatenstich für das Besucherzentrum leiten wir die umfangreichen Arbeiten auf dem gesamten IGA-Gelände ein.«

Im vergangenen Dreivierteljahr wurden zunächst archäologische Untersuchungen durchgeführt. Sensationelle Funde etwa habe es nicht gegeben, sagt Schmidt. Reste einer slawischen Siedlung samt Feuerstellekamen aber beispielsweise zum Vorschein. Einzelne Ausgrabungen sollen jedenfalls IGA-Besuchern in einer Ausstellung, die sich mit der Ernährung der Menschen in früheren Zeiten befasst, präsentiert werden.

Berliner und Touristen haben ab April 2017 fast 170 Tage lang die Gelegenheit, im östlichsten Berliner Bezirk eine neuartige Parklandschaft zu erleben. Eine Vielfalt von Gartenkunst, Landschaftsgestaltung und Kultur wird ihnen geboten.

Bis es soweit ist, haben zunächst in vielen Teilen der Gärten der Welt, im Wuhletal und auf dem Kienberg, Bauleute das Sagen. »Zurzeit arbeiten etwa 50 Handwerker auf dem riesigen Areal, doch in Spitzenzeiten können es auch mal bis zu 500 Bauleute gleichzeitig sein«, kündigt Christoph Schmidt an.

Demnächst beginnen bauvorbereitende Maßnahmen für die Freilichtbühne, die einmal 5000 Gästen Platz bietet. Auch die Tropenhalle mit 2000 Quadratmetern Grundfläche wird in Angriff genommen. Ebenso die Wasserwelten und die internationalen Gartenkabinette. »In etwa drei Wochen setzen wir Zäune und beginnen das mit Naturschutzverbänden abgestimmte Kienberg-Konzept umzusetzen«, erklärt der IGA-Geschäftsführer.

Schon in den zurückliegenden Monaten sorgte die Ankündigung, dass wegen der Bauarbeiten Ende November, Wege rund um den Kienberg größtenteils dicht gemacht werden und dann niemand mehr auf den Berg hinauf kommt, für Unmut bei vielen Anwohnern. Deshalb betont Schmidt am Donnerstag noch einmal: »Nach Beendigung der Gartenschau verschwindet die Einzäunung im Wuhletal wieder vollständig und die Marzahn-Hellersdorfer und ihre Gäste können dann - außerhalb der Gärten der Welt - einen rund 60 Hektar großen, neuen Volkspark zaun- und endgeltfrei nutzen.«

Zur Umsetzung eines ökologischen Entwicklungs- und Pflegeplans für den bewaldeten Kienberg werden nun zugewachsene Lichtungen auf der Anhöhe wieder hergestellt und zusätzliche offene Flächen geschaffen. Dazu gehören die Streuobstwiesen, die am südlichen Hang entstehen sowie reich strukturierte Gehölzränder an Wegen.

Beate Profé, Amtsleiterin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Marzahn-Hellersdorfs Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff (CDU), sind davon überzeugt, dass die IGA den Bezirk positiv verändern und Impulse für die gesamte Stadt bringen wird.

Wer möchte, kann sich direkt vor Ort über das Baugeschehen informieren. Die zwei Infopavillons am Eingang Eisenacher Straße geben einen Überblick über das gesamte Vorhaben. Von November bis Februar sind sie täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Zudem lädt das IGA-Team jetzt jeden ersten Donnerstag im Monat, 16 bis 18 Uhr, zu Bürgersprechstunden in die IGA-Markthalle, Blumberger Damm 130, ein.

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