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Dem Streik sollen Verhandlungen folgen

Bahn und Lokführer zeigen sich gesprächsbereit / Gewerkschaft kann sich weiteren Ausstand vorstellen

Berlin. Nach dem vorzeitigen Ende des Lokführerstreiks wollen Bahn und Gewerkschaft GDL wieder verhandeln. »Wir diskutieren jetzt erstmal nicht über Streiks«, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Samstag auf dem Leipziger Hauptbahnhof. »Wir warten auf Verhandlungen.« Bahn-Chef Rüdiger Grube sagte der »Bild am Sonntag«, das Unternehmen sei jederzeit zu Verhandlungen bereit. »Jeder Tag zählt.« Einen neuen Termin für Verhandlungen gibt es bislang nicht. Die GDL hatte ihren Streik am Samstagabend um 18 Uhr beendet. Ursprünglich sollte der Ausstand bis Montagfrüh andauern.

Die Gewerkschaft fordert in dem Tarifkonflikt für die Beschäftigten mehr Geld sowie eine kürzere Arbeitszeit. Vor allem will sie neben den Lokführern künftig auch das übrige Zugpersonal in Verhandlungen vertreten, für das bislang die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zuständig ist. Die Bahn dagegen will konkurrierende Tarifverträge einzelner Berufsgruppen verhindern. Weselsky sagte in Leipzig, er sei bereit zu parallelen Verhandlungen der Bahn mit GDL und EVG zur gleichen Zeit und am gleichen Ort. Grube forderte die GDL zum Einlenken auf. Diese müsse sich »ihrer Verantwortung bewusst und zu Kompromissen bereit sein«. Die GDL signalisierte, streikbereit zu bleiben. Der Vorsitzende für Berlin, Sachsen und Brandenburg, Frank Nachtigall, machte am Samstag im rbb-Inforadio deutlich, falls die Bahn nicht einlenke, werde es zu weiteren Ausständen kommen. dpa/nd

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