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Minenbrand, Drogenhandel, Hackerangriffe

Trotz vieler Skandale ist das Bitcoin-System relativ sicher

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Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass bei einem Brand in einem Lagerhaus nahe der thailändischen Hauptstadt Bangkok auch eine Bitcoin-Mine in Flammen aufging, wobei Hardware im Wert von mehreren Millionen Dollar zerstört wurde. Die genauen Ursachen sind unklar, die Betreiber behaupten in einem Forum der Bitcoin-Community, dass die Installation technisch einwandfrei war.

Der Vorfall verweist auf das Verfahren, mit dem bei der Internetwährung neues Geld erzeugt wird: Teilnehmer des Systems führen mathematische Berechnungen durch, und wer als erstes eine bestimmte Berechnung löst, erhält frische Bitcoins. Um dieses »Mining« hat sich ein florierender Markt entwickelt. Wurden die Berechnungen anfangs noch mit einfachen PCs durchgeführt, kommen längst Spezialgeräte zum Einsatz, die ausschließlich darauf ausgelegt sind, die Berechnungen für neue Bitcoins durchzuführen.

In dieser Woche haben deutsche Ermittler vier illegale Online-Shops für Drogen geschlossen. Die Operationen waren Teil der weltweiten Aktion gegen die illegale Handelsplattform »Silk Road 2.0«. Die Handelsplätze, an denen nur in Bitcoins bezahlt werden durfte, wurden über das Anonymisierungsnetzwerk Tor betrieben. Gemutmaßt wird, dass die Strafverfolgungsbehörden die Betreiber durch Bitcoins überführen konnten. Denn die Internet-Währung ist keineswegs ganz anonym. Zwar muss man keine persönlichen Daten angeben, wenn man sich am Bitcoin-Netzwerk beteiligt, aber alle Transaktionen sind öffentlich einsehbar. Wer Gewinne aus dem Drogenhandel anschließend an anderer Stelle unter seinem Namen nutzt, kann enttarnt werden - etwa beim Versuch, Bitcoins in Dollars umzutauschen.

Weder der Brand in der »Mine« noch die Nachricht über die Stilllegung der Drogenhandelsplätze haben der Internet-Währung geschadet. Sie sind kein Hinweis auf grundsätzliche Schwächen des Bitcoin-Systems - der Wert legte zuletzt sogar deutlich zu. Bei »Silk Road« dauerte es nur wenige Tage, bis neue Angebote entstanden, die um die ehemaligen Kunden werben.

Hinter Bitcoin steht keine zen-trale Organisation - die Transaktionen von Geld werden mittels dezentraler mathematischer Verfahren gewährleistet. Das Bitcoin-System selbst ist dabei technisch relativ sicher. Das größte Risiko für Bitcoin-Inhaber besteht, wenn sie ihr Geld nicht selbst verwalten, sondern durch einen der zahlreichen Bitcoin-Dienstleister verwalten lassen. Im Februar musste die größte Handelsplattform, die japanische Mt. Gox, nach Diebstählen durch Hacker Konkurs anmelden. Zahlreiche Anleger sollen dabei Bitcoins im Wert von einer halben Milliarde Dollar verloren haben.

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