Amos Oz erster Geehrter

Siegfried-Lenz-Preis

Der israelische Schriftsteller Amos Oz (75) ist mit dem erstmals vergebenen Siegfried-Lenz-Preis geehrt worden. Die Auszeichnung ist mit 50 000 Euro verbunden und damit einer der höchstdotierten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Die in diesem Jahr gegründete Siegfried-Lenz-Stiftung will den Preis alle zwei Jahre an internationale Autoren verleihen, »deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist«. Lenz war am 7. Oktober im Alter von 88 Jahren gestorben. Lenz habe sich so sehr auf diesen Tag gefreut, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Noch im Juni hatte Lenz geschrieben: »Und bei der ersten Verleihung des Literaturpreises, der meinen Namen tragen soll, werden wir im Hamburger Rathaus im November sicher viele Freunde und Kollegen treffen.«

Amor Oz zählt zu den Verfechter der Zwei-Staaten-Lösung der Israelis und der Palästinenser. Oz, Mitgründer der Friedensgruppe »Peace now«, begann seine Rede mit den Worten: »Shalom to all of you.« In der Geschichte seien viele Menschen von den eigenen Landsleuten als Verräter beschimpft worden, von Abraham Lincoln bis Michail Gorbatschow. Er selbst sei schon als kleiner Junge in Israel angefeindet worden, weil er mit einem englischen Soldaten gesprochen habe.

Oz beschwor in seiner Rede die Macht der Literatur. Er selbst sei in einer Umgebung voller Feindseligkeit gegen Deutschland aufgewachsen. Als junger Mann habe er dann angefangen, deutsche Autoren zu lesen. Besonders Lenz’ »Deutschstunde« habe ihn nachdenklich gemacht und ihm geholfen, die alten, simplen Schwarz-Weiß-Bilder zu vertreiben. dpa/nd

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