Vorwärts und nicht vergessen

Kultur- und Mentalitätsgeschichte des alten Westberlins im Ostberliner Ephraim-Palais

  • Von Burga Kalinowski
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Erinnern: tänzeln über ein Minenfeld. Auch im glücklichen gelungenen Fall - gefährlich. Man weiß nie, welche Vorstellung wird gleich in der Luft (bzw. in der Zeitung) zerfetzt, welche Bilder bleiben, welche gehen verschütt. Ostmenschen wissen, wie das geht. 25 Jahre lang haben und wurden sie auf die richtige Erinnerung hin trainiert. Mittlerweile trauen etliche DDRler ihrem eigenen Leben nicht mehr so richtig über den Weg. Ein bemerkenswerter propagandistischer Erfolg der neuen Erinnerungs- und Gedenkkultur: das politisch Zeitgemäße als Implantat.

Doch nun sind diese Jubelwochen erst mal vorbei. Realitätssinn schüttelt sich wie ein nasser Pudel und stellt fest: Oh, das alte Westberlin gibt es ja auch nicht mehr. Sang- und klanglos fast ist es gemeinsam mit der DDR untergegangen. Kein Grund zum Heulen, vielleicht aber ein Blick zurück im Zorn? Nein, natürlich nicht: In einer vom Stadtmuseum Berlin erarbeiteten ersten Ausstellung zur Allt...


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