Ines Wallrodt 18.11.2014 / Inland

Gauck und die Friedensengel

Zum ersten Mal wollen Friedensorganisationen gegen einen Bundespräsidenten demonstrieren / Auftakt zu weiteren Antikriegsaktionen

Gauck hat sich viele Feinde gemacht, nicht zuletzt in der Friedensbewegung. Die ruft zu Protest gegen den Bundespräsidenten, Krieg und Aufrüstung.

Der Bundespräsident entscheidet weder über Panzerlieferungen noch über Kriegseinsätze der Bundeswehr. Friedensorganisationen wollen dennoch am 13. Dezember vor seinem Amtssitz demonstrieren. Denn aus ihrer Sicht ebnet Joachim Gauck mit seinen Worten solchen Entscheidungen den Weg. »Gauck will die mehrheitliche Ablehnung von Kriegseinsätzen in der deutschen Bevölkerung brechen«, erklärte Reiner Braun am Montag in Berlin. Bei mehreren Gelegenheiten hat der ehemalige Pastor Gauck eine stärkere deutsche Verantwortung in der Welt angemahnt und dies zum Entsetzen der Friedensorganisationen als Beteiligung an militärischen Interventionen und konfrontativer Politik gegenüber Russland interpretiert. Das Aktionsbündnis definiert Verantwortung anders. Es fordert eine auf Kooperation ausgerichtete Sicherheits- und Außenpolitik, die Auflösung der NATO, Abrüstung, zivile Konfliktlösung und humanitäre Hilfe.

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