Der flauschige Norbert

In der Nähe von Gotha gibt es die einzige professionelle Angora-Manufaktur in Deutschland

  • Von Andreas Göbel, Cobstädt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Angorawolle ist zwar beliebt, hat wegen der Haltungsbedingungen der Tiere vor allem in China aber einen schlechten Ruf. Dabei kann die Wolle auch von Tieren kommen, die im Garten leben.

Sichtlich entspannt sitzt Hase Norbert auf dem Schoß von Claire Metz in einem Garten in Cobstädt bei Gotha. Heute genießt er gleich doppelt: Während die letzten Sonnenstrahlen des Jahres Mensch und Tier wärmen, wird der stattliche Angora-Rammler von seinem dichten Fell befreit. Behutsam und mit gekonnten Handgriffen fallen die Büschel, bis der komplette Hase geschoren ist.

«Im Schnitt wachsen die Haare der Kaninchen einen Zentimeter pro Woche», erklärt Metz. Im Jahr kommt so bis zu einem Kilo der begehrten Fasern zusammen - pro Tier. Nach dem Scheren kommt Norbert wieder in sein Gehege und wirkt erleichtert, dass der dicke Pelz weg ist. Angora gilt bis heute als der Mercedes unter den Wollsorten: Achtmal so warm wie Schafwolle, hochgradig atmungsaktiv und so weich, dass man bei der Berührung kaum unter den Händen spürt. So verwundert es nicht, dass die Tiere auch «Seidenhasen» genannt werden.

Einst war Deutschland eines der führenden Län...


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