Antikommunismus, leicht verdaulich

Notizen zu einer Konferenz in Jena – eingeengt auf die Oktoberrevolution, die französische Provokation kam nicht in Blick

  • Von Jörn Schütrumpf
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Um es gleich zu sagen: Drei der blutdurstigsten Antikommunisten blieben außen vor: Stalin, Mao sowie, von der »anderen Seite«, Suharto – erst recht deren nationalrevolutionäre Westentaschenausgaben à la Nimeri. Verhandelt wurde am vergangenen Wochenende auf dem Jenenser Universitätssymposium »Der Antikommunismus in seiner Epoche« der europäisch-nordamerikanische Raum; man blieb, wie gewohnt, unter sich.

Und: Mit einer Einengung ließ man es nicht bewenden. Anselm Doering-Manteuffel (Universität Tübingen) hatte in seinem Einleitungsreferat einen Kammerton vorgegeben: Der Antikommunismus sei eine Reaktion auf die Oktoberrevolution gewesen, gespeist von der Angst des Kleinbürgertums und ähnlicher mediokrer Schichten vor der Enteignung durch die Kommunisten – von der eigentlichen Bourgeoisie war nichts zu hören – sowie gespeist von, zum Teil diffusen, Bedrohungsängsten. Die Botschaft: Die vermeintlich oder auch wirklich Angegriffen...


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