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Verkauf von Kunstwerken

Westdeutscher Rundfunk

Der Westdeutsche Rundfunk will angesichts massiver Sparzwänge Kunstwerke aus seinem Bestand verkaufen. Eine Sprecherin des öffentlich-rechtlichen Senders sagte, es werde geprüft, was möglichst schnell veräußert werden könne, um das Defizit zu verringern. »Eine der Überlegungen ist der Verkauf des WDR-Kunstfundus.« Ein externer Experte nehme die Bewertung der knapp 600 Kunstwerke vor. Die WDR-Sammlung umfasst auch namhafte Künstler. Die Werke seien überwiegend in den 1950er und 60er Jahren mit »einem offensichtlich sehr guten Händchen« für damals kleine Beträge zur Ausstattung des Senders und zur Dekoration der Studios gekauft worden. So sei etwa ein Werk des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner 1956 für 600 D-Mark erstanden worden, der heutige Schätzwert liege im hohen fünfstelligen Euro-Bereich. Andere Werke seien aktuell sechsstellige Summen wert.

WDR-Intendant Tom Buhrow hatte vor einem Jahr einen harten Sparkurs angekündigt und dabei bereits als Sofortmaßnahme Verkäufe aus dem Kunstbestand genannt. Von 2016 an fehlen dem größte ARD-Sender durchschnittlich zwischen 80 und 100 Millionen Euro pro Jahr im Etat. Erst kürzlich hatte der Verkauf von zwei Warhol-Bildern aus dem Besitz des NRW-eigenen Unternehmens Westspiel Empörung ausgelöst. Der defizitäre Casinobetreiber - Tochter der landeseigenen NRW.Bank - hatte die Siebdrucke »Triple Elvis« und »Four Marlons« in New York versteigern lassen - zusammen hatte das umgerechnet rund 120 Millionen Euro gebracht. Zu den Plänen des Senders sagte ein Regierungssprecher: »Unternehmensentscheidungen trifft der WDR in alleiniger Verantwortung.« dpa/nd

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