Leider. Gut so!

Zum Israelstreit in der Linkspartei

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Wenn eine Parteiführung einen Streit unbedingt beilegen möchte, gesteht sie dessen schwelende, nicht zu löschende Brennkraft. Der Israelstreit in der Linkspartei reizt zu Anmerkungen, die vielleicht auch etwas zu tun haben mit allem, was jetzt wieder an Debatten über Wurzeln und Wesen der DDR aufkam.

Wenn es stimmt, dass Vergangenheit ungefragt, erinnerungstechnisch nicht immer kontrollierbar, vor allem sehr lange in die Gegenwart ragt, so muss man, wenn man aus einem marxistisch-leninistischen Gelände kam, schlichtweg gestehen: Dort war Israel nie Freundesland. Wie überhaupt bei Sozialisten und Kommunisten nicht. Mit diesem Erbe einer klaren Klassenposition ging man vor fünfundzwanzig Jahren in den Westen. Der Gang, den mancher wie eine Verschleppung empfunden haben mag, setzte eine schwierig zu steuernde Fähigkeit auf die Tagesordnung: Zu Neugier und Freiheitsgefühl gehörte fortan, sich ideologische Dogmen aus Geist und Gefühl zu neh...


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