Altwerden in der fremden Heimat

Jeder zehnte Senior hat Migrationshintergrund, Tendenz steigend - die Altenhilfe erreicht zu wenige von ihnen

  • Von Marlene Göring
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Sie kamen seit den 1960ern um zu arbeiten, jetzt gehen sie in Rente: Die Zahl pflegebedürftiger Migranten wird zunehmen. Integrationsbeauftragte Monika Lüke will die Stadt vorbereiten.

Eleni Werth-Mavridou hat viele Menschen sterben sehen. Seit 35 Jahren engagiert sie sich in der Altenhilfe, vor allem für alternde Griechen. Und für deren Familien, die oft ratlos sind, wenn sie ellenlange Anträge auf Pflegestufe ausfüllen müssen. Oder wenn Krankenschwestern nicht verstehen, dass man als orthodoxer Grieche mittwochs und freitags eben kein Fleisch isst. Werth-Mavroudi vermittelt dann. Das kann sie gut, sie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist freundlich - und selbst Griechin.

Fast zehn Prozent aller Berliner über 65 haben einen Migrationshintergrund. Bis 2030 soll ihre Zahl deutlich steigen. Der demographische Wandel macht vor Migranten nicht Halt - sie kamen zum Teil schon vor Jahrzehnten nach Deutschland, zum Arbeiten oder auf der Flucht vor Krieg und Tod: »Das sind Menschen, die zu Berlin gehören, die bleiben - und die hier alt und krank und auch sterben werden«, sagt Monika Lüke, Integrationsbeauftragte des S...


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