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«Unsere Mütter, unsere Väter» ausgezeichnet

International Emmy in New York

Der ZDF-Dreiteiler «Unsere Mütter, unsere Väter» ist mit dem Internationalen Emmy ausgezeichnet worden. Das Drama über die Erlebnisse von fünf jungen Freunden während des Zweiten Weltkriegs erhielt den Fernsehpreis am Montagabend (Ortszeit) bei einer Zeremonie in New York für die beste Miniserie. Bei der Verleihung setzten sich viele britische Produktionen durch. ZDF-Intendant Thomas Bellut sagte, die Auszeichnung sei «ein toller Erfolg» für den Sender. «'Unsere Mütter, unsere Väter' hat das Bild vom deutschen Fernsehen weltweit verändert», sagte er laut einer Mitteilung des ZDF. Sender in mehr als hundert Ländern hätten die Produktion gekauft. In vielen Ländern sei der Dreiteiler schon «mit riesigem Erfolg in der Primetime gelaufen».

«Unsere Mütter, unsere Väter» setzte sich gegen «Alexander and Other Heroes» aus Brasilien, den BBC-Film «An Adventure in Space and Time» sowie den japanischen Film «Radio» durch. Der Dreiteiler wurde im März 2013 im ZDF gesendet. Er wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Fernsehpreis, die Goldene Kamera und der Prix Europa. In Deutschland schauten sich laut ZDF 7,63 Millionen Zuschauer den dritten Teil des Dramas an, das entspricht einem Marktanteil von 24,3 Prozent.

Während der Dreiteiler in Deutschland überwiegend positiv aufgenommen wurde, löste er in Polen Kritik aus. Der polnische Botschafter in Berlin, Jerzy Marganski, sagte nach der Ausstrahlung, er sei ebenso wie viele seiner Landsleute «bestürzt» über das darin vermittelte Bild der Polen und des polnischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung. Polen und Partisanen der «Heimatarmee» (AK) würden als Antisemiten dargestellt, die sich kaum von den deutschen Nazis unterschieden, erklärte Marganski damals. Der Zuschauer erfahre nichts von der Hilfe polnischer Widerstandskämpfer für die Juden. Der Sender wies die Kritik vehement zurück.

Der Internationale Emmy ist ein Ableger des renommierten US-Fernsehpreises Emmy. Er wird für TV-Produktionen von außerhalb der USA vergeben. Großbritannien gehörte mit sechs Nominierungen und drei Trophäen zu den großen Gewinnern des Abends. Der Preis für das beste TV-Drama ging an die britische Produktion «Utopia», außerdem wurde der Brite Stephen Dillane für seine Rolle in der Serie «Tunnel» als bester Schauspieler ausgezeichnet. Der britische Dokumentarfilm «Educating Yorkshire» über den Alltag in einer englischen Schule erhielt den Preis für den besten Unterhaltungsfilm ohne Drehbuch.

Als beste Schauspielerin wurde die Niederländerin Bianca Krijgsman ausgezeichnet. Sie spielte die Hauptrolle im Film «De Niuewe Wereld» (Die neue Welt) über die Beziehung zwischen einer Flughafenputzfrau und einem westafrikanischen Flüchtling. Der Internationale Emmy für die beste Telenovela ging an die brasilianische Serie «Precious Pearl». Als bester Dokumentarfilm wurde der schwedische Film «Frihet bakom galler (»No Burqas Behind Bars«) geehrt. Ein Ehren-Emmy ging an den Erfinder der US-Erfolgsserie »Mad Men«, Matthew Weiner. AFP/nd

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