Werbung

Traumreise

Helge Achenbach wirbt für Privatjets, obwohl er in Untersuchungshaft sitzt

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Seit fünf Monaten sitzt der Kunstberater Helge Achenbach wegen Betrugsverdachts in Untersuchungshaft und fristet dort ein tristes Dasein. Auf einen ganz anderen Lebensstil ließ hingegen vor kurzem ein PR-Interview mit dem 62-Jährigen auf der Internetseite der Firma Netjets schließen. Dort wurde Achenbach zu seinen Lieblingsstationen bei einer möglichen Kunstweltreise mit einem Netjets-Flugzeug befragt. Im Vorspann zu dem Interview hieß es, dass der »wegweisende Kunstberater« sich beim Fliegen ganz auf Netjets verlasse. Nachdem der Firma der Fauxpas auffiel, wurde der Text kurzerhand von der Internetseite entfernt.

Achenbach wird vorgeworfen, dem 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht beim Verkauf von Kunst und Oldtimern überhöhte Rechnungen ausgestellt zu haben. Dabei ging es etwa um Gemälde von Gerhard Richter, Roy Lichtenstein und Pablo Picasso sowie um Oldtimer der Marken Ferrari, Bentley, Jaguar und Bugatti. Dem gebürtigen Siegener droht demnächst der Beginn eines Strafprozesses. Ein von der Albrecht-Familie angestrengter Zivilprozess hat schon begonnen. Die Kläger verlangen rund 19 Millionen Euro Schadensersatz. Achenbach hingegen meint, dass er die Aufschläge allein mit Albrecht mündlich abgesprochen habe.

In den 70er Jahren war Achenbach eher an linker Politik als an Millionendeals interessiert. Als Student der Sozialpädagogik war er an der Universität Düsseldorf AStA-Vorsitzender und Mitglied des SPD-nahen Sozialistischen Hochschulbundes, in dem marxistische Positionen dominierten. Kurz nach seiner Studienzeit widmete Achenbach sich dem Kunstgeschäft und organisierte einige Ausstellungen. Zu sehen waren dabei etwa Werke von Heinz Mach und Friedensreich Hundertwasser. Zudem erlangte Achenbach als erfolgloser Präsident des Fußballvereins Fortuna Düsseldorf und als Gastronom Bekanntheit. Bald könnte der einst einflussreiche Mann finanziell am Ende sein. Kunstwerke und Oldtimer seiner insolventen Firmen sollen im nächsten Jahr versteigert werden.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!