Bayern prüft neue Jagdmethoden

Die CSU will mit Bauern und Jägern die Wildschweinpopulation eindämmen

München. Um die steigende Zahl von Wildschweinen in Bayern in den Griff zu bekommen, will Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) neue Jagdmethoden prüfen. Eine Möglichkeit könne das Jagen mit Nachtsichtgeräten sein, damit die Jäger die Tiere auch bei Dunkelheit besser erkennen können, sagte Brunner bei einer Diskussionsrunde mit Jägern und Landwirten in München. Bislang ist diese Technik verboten.

Für Aufregung hatte vor kurzem ein Verkehrsunfall in Schrobenhausen (Oberbayern) gesorgt. Weil ein Wildschwein plötzlich auf die Straße lief, stießen zwei Autos zusammen; eine 43-Jährige kam ums Leben.

Das Ministerium hat die neuen Geräte im Rahmen eines Projekts testen lassen. »Sowohl was Effektivität, Tierschutzgerechtigkeit wie auch die Sicherheit der Nachtjagd angeht, kommen die Tester zu einem positiven Fazit«, sagte Brunner. Auch revierübergreifendes Jagen mit Hunden und Treibern könne helfen.

Der bayerische Jagdverbandspräsident Jürgen Vocke will, dass die Jagd attraktiver wird. Der Staat könne Gebühren für die Untersuchung erlegter Tiere erlassen oder sich um die Erhaltung von Schießständen kümmern. Bayerns Jäger erlegten zuletzt rund 68 000 Wildschweine im Jahr - mehr als je zuvor.

Landwirte klagen über durchpflügte Felder und niedergetrampelten Mais. Bauernverbandspräsident Walter Heidl sagte, die Landwirte seien bereit, Jagdschneisen in ihre Felder zu integrieren oder einen Grünstreifen zwischen Waldrand und Feld zu lassen, um den Jägern die Arbeit zu erleichtern. dpa/nd

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