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Das Feuer am Lager erlischt

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Das soll sie also gewesen sein - die Zukunft der Samstagabendshow? Zwei schmerzbefreite Adoleszenzverweigerer namens Joko & Klaas, die am Bildschirm tun, was sie dort seit jeher tun, nur diesmal zu jener mystischen Zeit, die schon Frankenfeld, Carrell oder Gottschalk bespielt haben? In »Mein bester Feind« mussten zwar andere die Schwanzvergleiche der zwei gescheitelten Nachwuchskräfte durchstehen. Ansonsten war von der DSDS-Ästhetik bis zum Außenwetten-Aroma alles an dieser Rettungsaktion einer Institution so gebraucht, dass selbst die anstehende Wiederbelebung vom »Laufenden Band« fast modern wirkt.

Das ändert aber nichts daran, dass Privatsender damit erreichen, wovon die Öffentlich-Rechtlichen nur träumen: junge Zuschauer. Das lässt sich schon bei Facebook ablesen. Dort haben Joko und Klaas annähernd zwei Millionen »Freunde«, also das Fünffache der Zahl, die das ZDF in dem sozialen Netzwerk als Fans vorweisen kann. Dort, beim ZDF, tritt Markus Lanz am kommenden Samstag nach nur 15 Ausgaben »Wetten, dass …?« ab. Bedauerlich daran ist allerdings weniger, dass nun wirklich das letzte Lagerfeuer jener Showhistorie erlischt, die 1958 mit dem »Blauen Bock« begann. Bedauerlich ist, dass nichts nachkommen wird. Kein Jokoklaas, kein Pilawa, kein Hirschhausen und schon gar kein Gottschalk, ja nicht mal das grandiose Team von Switch Reloaded, die »Wetten, dass …« nachts zuvor (12. Dezember) in einem Special furios durch den Kakao ziehen.

Doch zum Fest der Liebe wollen wir dem gescheiterten Nachfolger ein zweites Mal seit seinem Debüt vor zwei Jahren etwas Wohlwollen schenken und setzen uns zu ihm auf die Couch. Und eineinhalb Stunden später zeigt sein eigener Sender dann mit einem Bericht vom Nürnberger CSU-Parteitag, wie man trotz aller Sauereien jahrzehntelang an der Spitze bleibt.

All das ist sein Gebührengeld wert, jedenfalls solange man es an ein paar weitere Perlen auf den abseitigen Kanälen reiht: Bjarne Mädel, der Mittwoch (22 Uhr) im NDR wieder den Tatort reinigt. Jeffrey Schwarz, dessen famoses Porträt »I Am Divine« zwei Stunden vorher auf EinsFestival die Story der schwergewichtigen Drag Queen erzählt. »Auf dem Weg nach Oregon«, das am Montag um 21.55 Uhr beweist, wie man auch heute noch gute Western dreht. Und kurz darauf (22.45 Uhr) wagt sich sogar das Erste mal auf riskantes Terrain, wenn Vanessa Lapas Dokumentation »Der Anständige« Heinrich Himmler porträtiert - aus Sicht des Menschheitsverbrechers! Fiktional hat die Woche dagegen eher wenig zu bieten. Immerhin sorgt das Serienwesen mit bemerkenswerten Gaststars für Aufsehen. Montag bereichert das brillante Duo Flight oft the Concords die »Simpsons«, und am Dienstag (ARD) die aberwitzige Fake-Band Fraktus »Mord mit Aussicht«.

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