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Hansa taumelt Regionalliga entgegen

Trainer Peter Vollmann in Rostock entlassen

  • Von Gert Glaner, Rostock
  • Lesedauer: 3 Min.

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Für Peter Vollmann war seine zweite Amtszeit in Rostock nur kurz. Er musste den Trainerstuhl beim krisengeschüttelten Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock am Sonntagvormittag nach nur knapp sechsmonatiger Amtszeit wieder räumen. »Wir bedanken uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Peter Vollmann. Aufgrund der aktuellen Situation sahen wir uns aber zu dieser Entscheidung gezwungen«, teilte Sportdirektor Uwe Klein in einer Pressemitteilung lapidar mit. Das Training am Sonntag wurde bereits von Vollmanns bisherigem Assistenten Uwe Ehlers geleitet, der das Team übergangsweise betreuen soll.

Auslösung für die Trennung war der desolate Auftritt am Samstag beim 0:2 gegen Preußen Münster. Nur noch 5600 Zuschauer wollten die Mannschaft sehen. Was sie geboten bekamen, ließ selbst die Enthusiasten unter ihnen erstarren.

Der 56 Jahre alte Vollmann hatte das Amt in Rostock erst am 18. Juni mit dem Trainingsauftakt für die neue Saison wieder übernommen, nachdem er bereits zuvor einmal für Hansa Rostock tätig war. In der Saison 2010/2011 führte er den Klub nach dessen erstmaligem Abstieg in die 3. Liga auf Anhieb zurück in die 2. Bundesliga. Am 6. Dezember 2011 wurde er nach einer anhaltenden sportlichen Talfahrt gefeuert.

Praktisch auf den Tag genau drei Jahre später ereilte den Trainerfuchs dieses Schicksal nun erneut, weil er die angestrebten Ziele nicht einmal ansatzweise erreichen konnte. Von 20 Siegen, die nötig seien, um oben mitzuspielen, hatte Vollmann vor dem ersten Ballwechsel der Saison gesprochen. Ganze vier sind es bislang geworden. Der einstmals stolze Erstligist taumelt als Vorletzter der vierten Liga entgegen.

Mitentscheidend für das Scheitern Vollmanns, der bis zum Amtsantritt von Uwe Klein im November sportlich allein das Sagen hatte, war die katastrophale Transferbilanz. Von elf Neuzugängen erwies sich lediglich Stürmer Marcel Ziemer als die erhoffte Verstärkung. Wenigstens hin und wieder überzeugen konnte auch Mittelfeldspieler Christian Bickel. Die übrigen Neuen sind bestenfalls Mitläufer oder sitzen gar wie der vor der Saison zum Kapitän gewählte Innenverteidiger Christian Stuff nur auf der Ersatzbank.

Die Trennung von Vollmann vergrößert die finanziellen Kalamitäten des permanent von der Insolvenz bedrohten einstigen Vorzeigeklubs. Neben Vollmann, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 besitzt, steht bis dahin auch dessen Vorvorgänger Andreas Bergmann auf der Gehaltsliste. Der wurde im Frühjahr geschasst.

Uwe Ehlers ist der elfte Übungsleiter in den letzten fünf Jahren, der versuchen soll, für einen sportlichen Aufschwung zu sorgen. Der 39-Jährige hat als Aktiver noch die glorreichen Hansa-Zeiten erlebt. Zwischen 1993 und 1999 bestritt der Abwehrspieler 116 Spiele in der Bundesliga und der 2. Liga für den Klub, der im 60. Jahr seines Bestehens so schlecht aufgestellt ist wie nie. dpa

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