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Mäuse im Fressrausch

Die Bewohner von Arthur’s Pass in der Nähe eines Nationalparks kämpfen gegen eine extreme Mäuseplage

  • Von Barbara Barkhausen, Sydney
  • Lesedauer: 3 Min.

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Tausende Mäuse fallen derzeit über Häuser und Gärten der Bewohner eines neuseeländischen Bergdorfes her. Reife Bucheckern - eine Delikatesse für die Nager - ziehen die Tiere in Scharen an.

Millionen von Bucheckern bedecken derzeit den Waldboden im Arthur’s Pass Nationalpark auf der Südinsel Neuseelands. Die reifen Samen haben tausende Mäuse aus der gesamten Region angezogen, die angesichts der Leckerbissen in eine Art Fressrausch verfallen sind. Das »Mäusefest« ist dabei leider nicht auf den Nationalpark und seine Bucheckern beschränkt. Tausende Tiere haben auch das nahe Bergdorf überrannt und die Häuser der Bewohner besetzt. Viele Bürger im neuseeländischen Arthur’s Pass wünschen sich im Augenblick deswegen nichts sehnlicher als den legendären Rattenfänger von Hameln, um der schlimmsten Mäuseplage Herr zu werden, die der Ort bisher je erlebt hat.

Ausgelöst wurde die Plage durch einen milden Winter, durch den deutlich mehr reife Samen als in den Vorjahren von den Buchen im Nationalpark abgeworfen wurden. Dies hat die Mäuseinvasion, die zwar auch in normalen Jahren stattfindet, in diesem Jahr nicht nur früher ausgelöst, sondern auch in bisher nicht bekanntem Ausmaß.

Die Bewohner von Arthur’s Pass haben den Nagetieren deswegen den Krieg erklärt und haben Häuser und Garagen mit teils innovativen Mausefallen bestückt. John Charles beispielsweise hat den gesamten Boden seines Schuppens mit Mäusefallen bedeckt: Von Standardfallen über schlüpfrige Flaschen, die die Mäuse beim Betreten die Balance verlieren und in einen Eimer darunter stürzen lassen sollen, bis hin zu einer Art Falltüren-Version, die gleich beim ersten Einsatz 22 Mäuse auf einmal erwischte. Insgesamt hat der Neuseeländer mit seiner Fallenkollektion bereits über 350 Nager gefangen, wie er dem neuseeländischen Fernsehsender TV3 berichtete.

Während Bürger wie Charles mit ihrem Generalstabsplan die Plage von Anfang an unter Kontrolle hatten, erwischte es andere dafür umso schlimmer. Eleanor Reid war im Urlaub und hatte ihr Haus nach ihrer Rückkehr von hunderten Mäusen besetzt vorgefunden. »Wir legen jetzt seit Wochen schon Fallen aus«, sagte sie dem neuseeländischen Medium Stuff.co.nz. Seit ihrer Rückkehr habe sie etwa 50 Mäuse pro Tag gefangen und ein Ende sei nicht in Sicht. »Es ist nervig, aber wer in den Bergen lebt, muss sich mit verschiedensten Tieren auseinandersetzen, somit ist es nur ein weiterer Aspekt, wenn man in Arthur’s Pass lebt.« Reid hat jetzt angefangen, die Haufen an toten Mäusen zu kompostieren. »Was sonst sollte ich mit ihnen machen?«, sagte sie.

Neben der Tatsache, dass Mäuse als Nagetiere Möbel und Häuser schwer beschädigen oder Lebensmittelvorräte ruinieren können, ist auch die Gefahr einer Krankheitsübertragung nicht zu unterschätzen. Mäuse tragen vor allem in ihrem Kot Bakterien und Viren mit sich, die durch Kontakt mit Haut, Schleimhäuten oder Atemwegen auf den Menschen übertragen werden können. Salmonellen oder auch Parasiten können die menschliche Gesundheit schwer beeinträchtigen. Aus diesem Grund sind die Bewohner von Arthur’s Pass neben dem Fallenstellen auch kräftig am Putzen und Desinfizieren. Sie hoffen auch, dass die Zeit das Problem von selbst lösen wird.

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