Angst vor dem Pöbel

Der Fall Tuğçe - Ein kleines Lehrstück über mediale Erregung

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Zumindest Mainstream-Medien und Politik haben ihr Urteil, so scheint es, bereits gefällt. Das liegt einerseits am Vorbild-Charakter des Opfers und der sozialen Herkunft des mutmaßlichen Täters - lässt sich doch hier die hegemoniale Erzählung vom »guten« und vom »bösen« Migranten weiterspinnen.

Sie hatte keine Chance. Ihren beherzten Einsatz für mehrere Prügelopfer bezahlte die 22-Jährige mit dem Leben, weil ein 18-Jähriger ihr im Gerangel auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants offenbar einen Schlag versetzte. Tuğçe Albayrak - eine tragische Geschichte, die seit Tagen die Republik erschüttert. Allenthalben wird ihr zu Recht höchster Respekt gezollt, Medien nennen sie »Engel der Barmherzigkeit« (»FAZ«), »die Mutige« (»Spiegel«) und ein »großes Vorbild« (»Tagesspiegel«). Ihr Anwalt attestiert der Deutsch-Türkin eine »ausgeprägte soziale Ader« (»Stuttgarter Nachrichten«). Vom Star-Fußballer bis zum hochrangigen Politiker demonstrierten zahllose Prominente ihre Solidarität mit der Toten. Im Internet kursiert gar eine Petition, die den Bundespräsidenten auffordert, ihr das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Der mutmaßliche Täter ist ein muslimischer Migrant mit schwieriger Biografie.

Ein Fall, der augenfällig an ...

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