In Polen nichts gewusst

Beziehungen zu USA trotz Folterberichtes unbelastet

  • Von Julian Bartosz, Wroclaw
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Polen war vor der Veröffentlichung des Folterberichts persönlich vom US-Präsidenten gewarnt worden. Doch wollen Spitzenpolitiker von Untaten gar nichts gewusst haben.

Nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates trat Staatspräsident Bronisław Komorowski Mittwochmittag vor die Presse. Statt sich jedoch zum aktuellsten Thema zu äußern, wie allgemein erwartet wurde, palaverte er über das »polnische strategische Sicherheitssystem«. Dann lobte er, dass die USA »Fehler eingestanden haben«, hoffte auf einen baldigen Abschluss der Untersuchungen der Staatsanwaltschaft in Krakow und sprach von weitgehender Selbstständigkeit der Geheimdienste in Polen. Das war wohl eine Anspielung darauf, dass »oberste Staatsorgane in Polen« (so der Senatsbericht) vom geheimen CIA-Gefängnis, dem »Black Site« in Stare Kiejstuty (Nordpolen) nichts gewusst haben sollen.

Tatsächlich will Leszek Miller, der zu der Zeit solcher geheimer Folterstätten in Polen Premier war, versuchen weiterhin zu mauern. Von den »schrecklichen Sachen« habe er nichts gewusst und »ein reines Gewissen«. M...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.