Die Neigung zum Toreschießen

Wenn Lukas Podolski für Arsenal spielt, trifft er oft. Allerdings spielt er nur selten

Weltmeister Lukas Podolski trifft beim 4:1 gegen Galatasaray Istanbul zweimal für den Arsenal. Ob das sein Reservisten-Dasein in London beendet, weiß er nicht.

London. Lukas Podolski brauchte diesmal weder ein soziales Netzwerk noch eine Handy-Kamera, um auf sich aufmerksam zu machen. Das gelang dem deutschen Fußball-Nationalspieler beim 4:1 (3:0) des FC Arsenal in der Champions League bei Galatasaray Istanbul eindrucksvoll auf dem Rasen. Der Edel-Reservist der Gunners erzielte bei seinem erst zweiten Saisoneinsatz von Beginn an zwei Treffer. »Immer wenn er startet, neigt er dazu, Tore zu schießen«, schrieb die »Daily Mail«.

Der 29-Jährige traf in der dritten Minute und in der Nachspielzeit, zudem scheiterte er einmal an der Latte und zwang Galatasaray-Keeper Sinan Bolat zu einer Parade. »Er war der Spieler, der seine Chance am deutlichsten genutzt hat«, lobte der »Daily Telegraph«.

Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Nationalmannschaft, erwartet von Podolski nach dessen Doppelpack noch mehr Einsatz. »Er muss nachlegen, das ist klar«, sagte Bierhoff am Mittwoch in Walldorf. »Es ist für Lukas wichtig, das Momentum des Vertrauens zu nutzen und auch in der Liga nachzulegen.«

Podolski selbst gab sich keinen Illusionen hin, ob er nun wieder zu mehr Einsatzzeiten kommt. »Ob ich jetzt mehr spiele? Das weiß ich nicht. Ich bin froh, dass ich heute 90 Minuten hatte. Ich gebe weiter Gas. Der Rest ist die Entscheidung des Trainers«, erklärte der ehemalige Kölner nach der Partie. Zuletzt hatte er aufgrund seiner wenigen Spielanteile öffentlich mit einem vorzeitigen Wechsel möglicherweise schon im Winter kokettiert.

In dieser Saison stand Podolski nur zwölfmal für die Gunners auf dem Spielfeld. Bei sechs Premier-League-Einsätzen war er insgesamt nur 88 Minuten lang mit von der Partie. Ein Tor gelang ihm dabei nicht. Über die volle Distanz ging es für ihn erst zweimal. Im Liga-Pokal gegen den FC Southampton und nun am Bosporus.

Arsenal-Coach Arsène Wenger machte dem DFB-Kicker nicht gerade große Hoffnungen, dass sich das bald ändert. »Es ist ein Wettkampf um Spielanteile. Ich habe Danny Welbeck, Alexis Sanchez und Olivier Giroud heute zu Hause gelassen. Wir können nur mit einer bestimmten Anzahl Stürmer spielen«, meinte der Franzose. Er attestierte Podolski immerhin, dass er sich mittlerweile wieder auf »einem sehr starken Level« befinde.

In Istanbul schonte Wenger seine Lieblingsstürmer und ließ Podolski starten, da die Gunners ohnehin schon fürs Achtelfinale qualifiziert waren. Neben dem Weltmeister erhielt auch der 17 Jahre alte Deutsch-Äthiopier Gedion Zelalem als einer von drei Jugendspielern seine Chance.

Der Mittelfeldspieler kam nach der Pause zu seinem ersten Einsatz in der Champions League. In der vergangenen Saison hatte der gebürtige Berliner im FA-Cup für die Gunners debütiert. »Die Chance, als so junger Spieler in der Königsklasse zu spielen, bekommt man nicht oft. Sie haben es gut gemacht und können stolz und glücklich sein, Champions League gespielt zu haben«, meinte Podolski.

Während sich Podolski, Zelalem und Per Mertesacker über den Einzug in die K.o.-Phase freuen konnten, musste Landsmann Emre Can auf der Insel einen Rückschlag verdauen. Das 1:1 (0:1) des FC Liverpool gegen den FC Basel bedeutete das Aus für die Reds. Der deutsche U21-Nationalspieler musste das Duell von der Bank aus verfolgen.

Nach einem Treffer von Fabian Frei glich Liverpools Routinier Steven Gerrard zwar mit einem fabelhaften Freistoßtor aus, die Reds hätten aber drei Punkte benötigt, um die Gruppenphase zu überstehen. »Wir waren einfach nicht gut genug«, kommentierte Coach Brendan Rodgers. Das galt am Dienstag nicht für Podolski. dpa

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