Fabian Köhler 11.12.2014 / Kultur

Vom Humanisten zum Islamhasser

Ein Nachruf auf das letzte Lebenskapitel Ralph Giordanos

Medien feiern den am Mittwoch verstorbenen Publizisten Ralph Giordano als großen Humanisten. Zu Recht – wenn man die letzten zehn Jahre seines Lebens ausklammert: Ein Nachruf auf einen Moralisten, dessen Islamhass ihn zu dem machte, was er sein Leben lang bekämpfte.

Am Montag starb der Schriftsteller und Publizist Ralph Giordano. Medien würdigen den Holocaust-Überlebenden für seinen Kampf gegen Rechts. Als einen auch im hohen Alter stets hellwachen Kritiker totalitärer Regime. Als großen Humanisten. Dagegen ist nichts einzuwenden, wäre Giordano vor zehn Jahren gestorben. Denn neben seiner Kritik an (fehlender) deutscher Vergangenheitsbewältigung und seinem öffentlichen Kampf gegen Rechtsextremismus, bleibt Giordano auch als nicht immer unfreiwillige Galionsfigur einer rechten Islamhasserbewegung in Erinnerung.

Giordanos moralischer Niedergang begann mit seiner Autobiographie

Der Niedergang des Mannes, der vielen in der Nachkriegsrepublik als moralische Instanz galt, begann spätestens mit der Veröffentlichung seiner Autobiographie »Erinnerung eines Davongekommenen«. Im 2007 ersch...

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