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Fed vor der Wende

US-Notenbank plant Zinserhöhung im neuen Jahr

  • Von Hannes Breustedt
  • Lesedauer: 3 Min.
Bald könnte in den USA Schluss sein mit ganz billigem Geld. Der Dollarkurs wird zum Leidwesen des Auslands dann weiter steigen.

Die Party des billigen Geldes ist noch nicht vorbei: Die Aussicht auf anhaltende Minizinsen der US-Notenbank Fed hat die Stimmung an den Aktienmärkten zur Wochenmitte einmal mehr gehoben. Die US-Leitbörsen Dow Jones Industrial und S&P 500 gingen am Mittwoch mit dem größten Tagesplus in diesem Jahr aus dem Handel. Zuvor hatte die Fed versprochen, die geldpolitischen Zügel vorerst locker zu lassen. Doch die Feier neigt sich dem Ende zu - die Zinswende in Amerika rückt näher.

An den Finanzmärkten folgt auf den großen Rausch wie im echten Leben oft ein schwerer Kater. »Solange die Musik läuft, musst du aufstehen und tanzen«, sagte Charles »Chuck« Prince, damals Chef des US-Finanzriesen Citigroup, im Sommer 2007. Sollte heißen: Solange der vom billigen Geld befeuerte Kreditboom anhält, muss man mitzocken. Nur einige Monate später war die Musik aber plötzlich aus und die Finanzwelt stand am Abgrund. Die Citigroup musste vor der Pleite gerettet werden und Prince seinen Hut nehmen.

Was folgte, ist inzwischen Finanzhistorie: Wenig später, im Dezember 2008, senkte die US-Notenbank den Leitzins im Kampf gegen den wirtschaftlichen Totalabsturz bis auf knapp über null Prozent. Damit wurde Geld vom Tropf der Fed so billig wie nie zuvor. Seitdem ist viel passiert - die Krise wurde mühsam überwunden, die US-Wirtschaft wächst inzwischen wieder kräftig und Banken wie die Citigroup verdienen Milliarden. Eines jedoch blieb bislang beim Alten: Die US-Notenbank bietet ihr Geld noch immer quasi gratis an.

Damit dürfte aber bald Schluss sein. Im Sommer, womöglich sogar schon im Frühling, könnte die Fed ihren Leitzins erstmals seit sechs Jahren anheben, deutete Notenbankchefin Janet Yellen am Mittwoch an. Über vage Andeutungen traute sich die oberste US-Währungshüterin zwar nicht hinaus. Experten rechnen aber schon bald mit einem Richtungswechsel.

Für den Rest der Welt könnte die Zinswende in den USA ziemlich unangenehme Folgen haben. Steigende Zinsen in Amerika würden den Dollar weiter aufwerten lassen und das ist vielerorts überhaupt keine gute Nachricht. Weil der Dollar als die weltweite Leitwährung gilt, machen Unternehmen, Staaten und Haushalte rund um den Globus bevorzugt Geschäfte damit.

Die rekordniedrigen US-Zinsen wurden in den vergangenen Jahren aber auch rege genutzt, um sich in der amerikanischen Währung zu verschulden. »Sollte der Dollar seinen Höhenflug fortsetzen, würde das die Schuldenlast steigen lassen«, warnte jüngst Claudio Borio, Experte der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Die Analysten der als »Zentralbank der Zen-tralbanken« bezeichneten Finanzinstitution wissen genau, wovon sie sprechen - bei ihnen werden alle internationalen Geldströme penibel beobachtet. dpa/nd

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