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»Seine Musik geht tief ins Herz«

Festival zu Ehren des deutsch-jüdischen Komponisten Louis Lewandowski (1821-1894)

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: 3 Min.
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An letzten Adventswochende geht zum vierten Mal das »Loius Lewandowski-Festival« über die Bühne. An sechs verschiedenen Orten Berlins erinnern Chöre aus sechs Ländern mit synagogaler Musik an den jüdischen Komponisten. Veranstalter ist der Verein der Freunde und Förderer des Synagogal-Ensemble-Berlin. Mit dessen Vorsitzenden Nils Busch-Petersen sprach Christian Baron.

Herr Busch-Petersen, Louis Lewandowski ist vielen, auch an Sakralmusik Interessierten, heutzutage kaum mehr ein Begriff. Warum sollte man ihn unbedingt wiederentdecken?
Die für mich wichtigste Antwort lautet: weil Lewandowski wunderschöne Musik komponiert hat, die tief ins Herz geht. Ob man nun jüdisch ist oder nicht. Außerdem war Lewandowski wohl der bedeutendste jüdische Komponist Berlins im ausgehenden 19. Jahrhundert, und er hat die Synagogalmusik modernisiert, ja revolutioniert. Sang vor Lewandowski beim jüdischen Gottesdienst üblicherweise nur der Kantor und kam instrumentale Begleitung grundsätzlich nicht infrage, schuf er Musik für eine Trias, bestehend aus Kantor, Chor und Orgel. Mit und nach Lewandowski erhielt praktisch jede große Synagoge in Berlin eine Orgel. Auch diese Tradition ist durch den Antisemitismus der Nazis und vor allem die Schoah zerstört und nicht wieder hergestellt worden.

Sie selbst sind Mitgründer des Vereins »Freunde und Förderer des Synagogal Ensemble Berlin«. Als Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg sind Ihnen aber zugleich verkaufsoffene Sonntage sehr wichtig, die durch das Festival möglich sind. Ist Ihr Engagement im Sinne der Kunst auch ein Versuch, Ihre kaufmännischen Interessen durchzusetzen?
Da stellen Sie die berechtigte Frage nach der Vereinbarkeit von Passion und Profession. Die hat mich auch umgetrieben, und ich habe darüber unter anderem mit einem Berliner Rabbiner gesprochen. Dieser antwortete mir mit einer Gegenfrage: »Wer sonst wäre in der Lage, der Stadt, ihren Einwohnern und Gästen sowie nicht zuletzt der Jüdischen Gemeinde ein solches kulturelles Ereignis zum Geschenk zu machen?« Und ein Geschenk ist es ja tatsächlich - auch für die Konzertbesucher und die teilnehmenden Chöre sowie für das internationale Image Berlins. Nicht zu vergessen: Das Festival kommt ohne Zuschüsse aus den knappen Kulturetats der Stadt aus. Es wird ausschließlich mit Geld- und Sachspenden aus Wirtschaft und Gesellschaft, vor allem von den Berliner Handelshäusern, bestritten. Dass die durch einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag davon auch etwas haben, halte ich für legitim. Ich bin daher ganz mit mir im Reinen.

Welche künstlerischen Schwerpunkte planen Sie in diesem Jahr?
Das Festival wird sich jenen jüdischen Komponisten widmen, die vor und während der Nazizeit in die Vereinigten Staaten emigriert sind. Darunter so bekannte Namen wie Arnold Schönberg und Kurt Weill. Einige dieser Komponisten blieben auch jenseits des Atlantiks der Tradition Louis Lewandowskis verbunden, andere suchten nach neuen Ausdrucksformen und gingen in ihren Kompositionen auch auf den Geschmack des amerikanischen Publikums ein. Das diesjährige Treffen wird beide Richtungen vorstellen. Der Fokus hat sich auch in dessen Titel niedergeschlagen - »Star & Stripes«, wobei der »Star« den Davidstern in unserem Logo meint.

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