Mehr als 100 Premieren

Die wichtigsten Autoneuheiten 2015. Von Thomas Geiger

Hier ein paar Häppchen, dort ein Schlückchen Sekt, Bier und Bratwürste und bei schönem Wetter eine Hüpfburg für den Nachwuchs: Wer im nächsten Jahr ein neues Fahrzeug kaufen und sich vorher ausgedehnt informieren möchte, der kann zahlreiche Wochenenden bei den örtlichen Neuwagenhändlern verbringen. Weit über 100 Premieren stehen im Autojahr 2015 an.

Dabei versprechen die Ankündigungen von Herstellern und Importeuren diesmal besonders viele Volumenmodelle für die großen Segmente. Und weil 2015 ein IAA-Jahr ist und die Hersteller zum Heimspiel auf der Automobilausstellung in Frankfurt am Main gerne groß auffahren, kommen die wichtigsten Premieren aus Deutschland. Nach der Einführung von Smart, Twingo, Corsa & Co 2014 ist das Premierenaufgebot bei den kleinsten Autos im kommenden Jahr eher klein. Dort dreht sich fast alles um den Karl, der ab dem Sommer zu Preisen unter 10 000 Euro den Einstieg in die Opel-Welt neu definieren will. Vorgestellt werden in dieser Klasse die nächste Generation des Honda Jazz (ab Sommer), der neue Skoda Fabia (Frühjahr) sowie die nächste Auflage des Mazda2 und das Coupé des Hyundai i20 (Frühjahr).

Mehr los ist in der Kompaktklasse. Auch hier kommt die wichtigste Neuheit aus Rüsselsheim: Für die IAA im September hat Opel den Nachfolger des Astra in Aussicht gestellt. Er trifft auf die überarbeiteten Versionen von BMW 1er, Honda Civic, Kia Cee’d sowie den nagelneuen Renault Mégane. Außerdem stehen in der Kompaktklasse zahlreiche neue Modellvarianten auf dem Programm - vom Mercedes CLA als Designer-Kombi Shooting Brake über den Golf als Geländekombi Alltrack und dem lebenslustigen Mini Clubman bis hin zum sportlichen, erstmals auch mit Diesel angebotenen Ford Focus ST.

Am meisten tut sich 2015 bei den Familienkutschen und Firmenwagen - egal, ob sie als Limousine oder Kombi, Van oder SUV daherkommen. Wer den klassischen Stufenschnitt oder die große Klappe eines Kombi schätzt, kann sich im Frühjahr auf den überfälligen Ford Mondeo freuen, mit der dritten Auflage des Skoda Superb den Aufstieg proben oder mit dem XE schon in der Mittelklasse einen Jaguar fahren. Im Sommer zeigt Renault den Nachfolger des Laguna, und Hyundai überarbeitet den i40. Im Herbst kommt ein neuer Kia Optima, und kurz vor dem Jahreswechsel lässt Audi den nächsten A4 vom Stapel.

Wenn es ein bisschen modischer sein soll, empfiehlt sich eines der schier unzähligen neuen SUVs: Der Reigen der Neuheiten beginnt hier beim kleinen Honda HR-V, dem preisbewussten Suzuki Vitara oder dem handlichen Mazda CX-3. Er geht weiter in der Kompaktklasse mit dem VW Tiguan, dem etwas vornehmeren Mercedes GLC, der im Frühjahr den GLK beerbt, dem praktischen Land Rover Discovery Sport oder dem französischen Ableger des Nissan Qashqai bei Renault. Und er reicht hinauf bis zum deutlich gewachsenen Kia Sorento oder Luxusmodellen wie dem Audi Q7, der zweiten Generation des Volvo XC90, dem Ford-Flaggschiff Edge und dem GLE Coupé. Mit ihm reagiert Mercedes als erster Nobelhersteller auf den Erfolg des BMW X6.

Wer es praktischer mag, für den kommt für Firma und Familie vielleicht einer der vielen neuen Vans infrage. Dabei gibt im nächsten Jahr vor allem VW den Ton an. Schließlich haben die Niedersachsen nicht nur den Nachfolger des Touran auf dem Programm, sondern auch einen neuen Transporter, der als Urvater aller Großraumlimousinen gilt. Allerdings teilen sich die VW-Modelle die Bühne unter anderem mit einem neuen Ford S-Max, einem verlängerten 2er Active Tourer von BMW und der Neuauflage des Renault Espace.

Bezahlbare Spaßautos hingegen sind Mangelware im neuen Jahr. Nur Mazda mit dem neuen MX-5 und Fiat mit dem technisch baugleichen Spider halten hier die Flagge hoch. Noch dünner ist das Angebot nur bei den Elektro-Modellen. Viel mehr als das lange erwartete Model X von Tesla steht für das nächste Jahr nicht im Kalender. Dafür startet Toyota im Herbst mit dem Verkauf der ersten Brennstoffzelle. Und den schleichenden Abschied vom Opel Ampera kompensiert dessen vornehmer US-Vetter Cadillac ELR.

Vor allem die deutschen Hersteller reiten dafür eine große Offensive für den Plug-In-Hybrid. »Alle drei Monate ein neues Modell« verspricht Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber mit Blick zum Beispiel auf E- und C-Klasse. BMW legt X5 und 3er an die Leine, VW rüstet den Passat zum GTE auf, und Audi wird den neuen Q7 kurz nach dem Start ebenfalls mit Plug-In-Technik anbieten.

So ist am Ende selbst für Umweltbewusste etwas dabei im bunten Kessel der Neuheiten. Und wer weiß, vielleicht gibt es dann ja bei den Händlern am Tag der offenen Tür sogar Biosekt und Vollkornhäppchen? Ein bisschen Abwechslung könnte nicht schaden. dpa/nd

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