Der Angstgegner kommt

Frankfurts Fußballerinnen wollen gegen Bayern mal wieder ein Spitzenspiel gewinnen

  • Von Jana Lange, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: 2 Min.
Im DFB-Pokal der Frauen kommt es im Viertelfinale zum Schlagerspiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Bayern München. Für die Frankfurterinnen wäre ein Aus ein weiterer schwerer Rückschlag.

Drei Tage vor Weihnachten wollen sich die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt nach einer bislang durchwachsenen Saison selbst ein riesengroßes Geschenk machen. Mit dem Ziel Meisterschaft in weiter Ferne ist das Überwintern im DFB-Pokal für den kriselnden Titelverteidiger fast schon Pflicht - doch der siebenmalige Meister trifft im Viertelfinale am Sonntag im Schlagerspiel ausgerechnet auf den Angstgegner FC Bayern München.

Gegen den Bundesligazweiten kassierten die Frankfurterinnen zwei Wochen zuvor eine empfindliche 1:2-Heimniederlage und gerieten im Titelrennen nach dem 0:2 gegen Meister VfL Wolfsburg in der Vorwoche als Vierter arg ins Hintertreffen. Nun brennt das Starensemble vom Main auf Wiedergutmachung. »Am Sonntag haben wir die große Chance, diese Partie aus dem Gedächtnis zu streichen«, sagte FFC-Coach Colin Bell und versprach den Fans »einen hart umkämpften Fight«. Schließlich wolle der 1. FFC Frankfurt beweisen, »dass wir auch wieder Spitzenspiele gewinnen können«.

Anders als der mit gewohnt großen Ambitionen gestartete Champions-League-Teilnehmer Frankfurt präsentierten sich die in dieser Saison noch ungeschlagenen Münchnerinnen bislang überraschend konstant. »Das wäre natürlich eine Sensation, wenn wir das noch mal schaffen können in Frankfurt«, sagte Bayern-Coach Thomas Wörle. Sein Team kommt mit viel Selbstvertrauen: »Meine Mannschaft ist momentan selbstbewusst, aber nicht überheblich.« Wörles Gegenüber Bell erhöhte den Druck auf den Gegner und nannte die Bayern eine »absolute Topmannschaft«, die in der Breite sogar besser besetzt sei als seine Frankfurter Mannschaft.

Die Verantwortlichen in München hielten sich im bisherigen Saisonverlauf mit Kampfansagen an die Topteams zurück. Mit dieser Bescheidenheit fuhr der Pokalsieger von 2012, der damals im Endspiel den FFC 2:0 bezwang, bislang sehr gut. Doch die Konstanz der Leistungen weckt mittlerweile Hoffnung auf mehr. »Wir haben nie gesagt, dass wir uns dagegen wehren wollen, dass wir jetzt da oben stehen, ganz im Gegenteil«, sagte Wörle.

Ganz oben steht in der Bundesliga der VfL Wolfsburg, im Pokal wartet auf den Champions-League-Sieger eine Pflichtübung. Die Mannschaft von Trainer Ralf Kellermann empfängt am Sonnabend den Bundesliga-Aufsteiger SC Sand mit dem neuen Coach Sven Kahlert. Die Chance aufs Heimfinale am 1. Mai will der Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Köln wahren, mit Turbine Potsdam wartet aber ein äußerst harter Brocken. Um den vierten Platz im Halbfinale kämpfen am Sonntag Bundesligist SC Freiburg und der Zweitligist FSV Gütersloh. SID/nd

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