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Abgeschaltet

»Wall Street Journal«

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Fünf Wochen nach der Bekanntgabe ist es nun Gewissheit: Die deutsche Ausgabe des »Wall Street Journal« ist abgeschaltet. Am Wochenende verabschiedete sich die Redaktion mit zahlreichen Tweets und Ralf Dreschers Text »WirSchließenJetzt.de«. Der Chefredakteur schreibt in seinem abschließenden Artikel, letztlich habe man viel gewagt und doch verloren: »Mit einem neuen journalistischen (Online-)Angebot tritt man heute nicht nur in einen Wettbewerb mit etablierten Medien ein, sondern konkurriert auch mit einer Vielzahl alternativer Angebote wie Blogs und Spezial-Nachrichtendiensten. Der Internetleser ist flexibel und liebt die Wahlfreiheit. Das ist eine Chance für Neulinge wie WSJ.de - aber auch eine Bürde - vor allem dann, wenn man seine Inhalte gegen Geld anbietet.«

Die WSJ.de-Homepage wird nun direkt umgeleitet - mit dem (im Original in englischer Sprache gehaltenen) Hinweis: »Sie wurden zur europäischen Version des ›Wall Street Journal‹ weitergeleitet, da die deutsche Ausgabe nicht mehr verfügbar ist.« Weniger als die Frage, ob der ökonomischen Kompetenz und der journalistischen Qualität im Sinne eines stockkonservativen Weltbildes überhaupt Tränen nachzuweinen sind, beschäftigt die Medienbranche vor allem, ob sich hier ein Trend abzeichnet. In einem Gast-Kommentar für den Mediendienst »Meedia« meint etwa Handelsblatt.com-Chefredakteur Oliver Stock, dass das Aus für ein Medium keine Sirenengesänge für eine ganze Branche rechtfertige. Falsch sei es, wenn sich Medienvertreter ans Hergebrachte klammern wie ein Ertrinkender an den Rumpf der Titanic. So sei das deutsche »Wall Street Journal« an eigenen Fehlern gescheitert. Zum einen habe man es nicht geschafft, die etablierte Marke für sich zu nutzen. Zudem sei die Fixierung auf den Online-Kanal falsch gewesen. Außerdem sei die Redaktion nach außen nicht eigenständig genug aufgetreten. cba/Meedia

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