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Infanta terrible

PERSONALIE

  • Von Heinz Krieger, Valencia
  • Lesedauer: 2 Min.

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Zum ersten Mal in der Geschichte Spaniens soll ein Mitglied der königlichen Familie auf die Anklagebank. Ermittlungsrichter José Castro aus Palma de Mallorca klagt Infanta Cristina de Borbón y Grecia wegen zwei Steuervergehen an. Der ursprünglich erhobene Vorwurf der Geldwäsche wurde fallen gelassen. Neben der Schwester von König Felipe sind 16 weitere Personen im so genannten »Fall Noos« angeklagt. Hauptbeschuldigter ist Cristinas Ehemann, der einstige spanische Handballstar Iñaki Urdangarin.

Wegsehen schützt nicht vor Strafe, befand Ermittlungsrichter Castro. »Die Finanzdelikte, die Don Iñaki Urdangarin zur Last gelegt werden, können schwerlich ohne Wissen und Einwilligung seiner Ehefrau begangen worden sein«, sagte er. Die 49-Jährige sei am Steuerbetrug ihres Ehemanns beteiligt. Auch wenn sie selber keine Straftaten begangen habe, sei sie »unerlässliche Helferin« bei den Straftaten ihres Mannes gewesen, argumentiert Richter Castro. Auch habe sie finanziell davon profitiert und müsse 2,6 Millionen Euro (3,1 Millionen Franken) zurückzahlen.

Den Tatbestand der finanziellen Vorteilsnahme der Infantin aus den Straftaten ihres Ehemannes sieht auch Staatsanwalt Pedro Horrach. Er beziffert das jedoch auf knapp 587 000 Euro. Cristina hat diese Summe an das Gericht in Palma überwiesen. Er habe aber keinerlei Beweis für Mittäterschaft Cristinas gefunden.

Horrach wehrt sich, in die Rolle des Verteidigers der Infantin gedrängt zu werden, weil er sie nicht anklagen will. Er erklärte, hätte es Beweise oder auch nur Hinweise auf ihre Mittäterschaft gegeben, »hätte ich kein Problem, sie anzuklagen«. Diese Beweise gebe es nicht. Auch die von Richter Castro vernommenen Steuerbeamten konnten keine Beweise gegen Infanta Cristina liefern.

Da weder die Staatsanwaltschaft noch die Steuerbehörde der Infantin ein Delikt vorwarfen, stützt sich der Richter auf die Anzeige von Nebenklägern wie der Organisation »Manos Limpias« (Saubere Hände). Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Korruption in Spanien zu bekämpfen.

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