»Jeder Mensch ist verpflichtet, uns zu helfen«

In den Grenzstädten Suruç und Kobanê zeigen Ärzte und Aktivisten täglich viel Mut

  • Von Sylvio Hoffmann (Text und Fotos)
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Unser Autor war für eine Woche mit Hilfstransporten aus Hamburg und Rostock für Flüchtlinge aus Kobanê an der türkisch-syrischen Grenze unterwegs.

»Wir als Menschen kämpfen gegen Menschen, die keine sind. Jeder, der sich als Mensch sieht, ist verpflichtet uns zu unterstützen«, sagt der Arzt, der aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden will. Nennen wir ihn Yilmaz K. Sein Gesicht ist durch die Anstrengungen um das Leben der kurdischen Kämpferinnen und Kämpfer gezeichnet. Erst gestern Nacht ist wieder ein schwer verletzter Kämpfer aus Kobanê eingeliefert worden. Er wurde von einer Kugel ins linke Auge getroffen.

Ruhig und sachlich schildert der Arzt die Lage und die schwierige Situation der medizinischen Versorgung in Suruç und Kobanê, der beiden sich gegenüberliegenden Städte an der türkisch-syrischen Grenze. Im Schnitt werden pro Tag bis zu zehn Verletzte über diese Grenze zu ihm ins Krankenhaus ins kurdisch-türkische Suruç gebracht. Die freiwilligen Ärzte sind sich der ständigen Gefahr, getötet oder verhaftet zu werden, bewusst. Trotz der enormen staatlich...


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