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31C3: Von der Leyens Fingerabdruck kopiert

Daumenabdruck der Verteidigungsministerin aus einem Foto von einer Pressekonferenz verwendet / Fälschung auf Basis eines Fotos auch bei Gesichtserkennung möglich

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Hamburg. IT-Experten des Chaos Computer Clubs haben den Fingerabdruck von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kopiert. Ein Bild des Fingerabdrucks werde er bald auch online veröffentlichen, sagte Jan Krissler vom CCC am Samstagabend Chaos Communication Congress (31C3) in Hamburg. Krissler brauchte für seine Kopie keinen Gegenstand, den die Ministerin angefasst hatte. Er konnte einen Daumenabdruck aus einem Foto von einer Pressekonferenz ziehen.

Dazu habe er eine spezielle Software benutzt, doch es ginge auch manuell, sagte Krissler auf diesjährigen Treffen des CCC, dem 31C3. Er zeigte ein unvollständiges Bild des Fingerabdrucks. Die fehlenden Bereiche könne er ergänzen, etwa mit Fotos aus anderen Blickwinkeln, erklärte Krissler. Er veröffentlichte bereits 2008 den Fingerabdruck des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble (CDU).

Doch die Möglichkeit der Fingerabdruck-Fälschung auf Basis eines Fotos betrifft auch Normalbürger. Fingerabdrücke und Bilder der Augen werden immer häufiger als Sicherheitsmerkmale eingesetzt. Krissler zeigte, wie sich viele solcher Systeme überlisten lassen. Ein Gerät zur Gesichtserkennung akzeptierte einen Ausdruck eines Fotos der Person anstelle des tatsächlichen Gesichts. Der Fingerabdruck-Sensor des iPhones ließ sich ebenfalls mit einer Attrappe überlisten.

Die Berichte über das Gebaren westlicher Geheimdienste, jeden Winkel der digitalen Kommunikation zu erfassen, haben nicht nur Hacker, netzpolitisch Interessierte und kritische Computer-Experten schockiert. Auf dem jährlichen Treffen des Chaos Computer Clubs (CCC) sammelt sich nun wieder einmal Gegenwehr. »Das Internet wird nicht von Geheimdiensten mit riesigem Budget beherrscht, sondern von uns«, sagte Dirk Engling vom CCC zur Eröffnung des Chaos Communication Congress. Für vier Tage zieht der 31C3 tausende Menschen nach Hamburg, um zu programmieren, zu löten und zu diskutieren.

Als Motto haben sich die Veranstalter »A New Dawn« ausgesucht - »Ein neuer Anfang«. Sie wollen darüber nachdenken, wie die Privatsphäre in der digitalen Welt zu verteidigen ist. »Wir haben den Schreck überwunden, und jetzt ist der Zeitpunkt, uns zu überlegen, wie es weitergehen soll«, sagt CCC-Sprecher Falk Garbsch. dpa/nd

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