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Evakuierung der »Norman Atlantic« abgeschlossen - mindestens acht Menschen starben

Alle Passagiere von der havarierten Adria-Fähre gebracht / Kapitän und vier Seeleute harren an Bord aus / Flammen unter Kontrolle / Strafrechtliche Ermittlungen zum Brand eingeleitet

Update 19.25 Uhr: Bei dem Fährunglück in der Adria sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. 427 konnten von der »Norman Atlantic« gerettet werden, teilte der italienische Transportminister Maurizio Lupi am Montagabend mit. Die Suche nach möglichen Vermissten gehe aber weiter. Offenbar gab es Ungereimtheiten mit der Passagierliste, auf der 478 Personen standen. Der Verbleib Dutzender Menschen ist zunächst unklar. Die italienische Regierung betonte, es sei zu früh, eine Zahl von Vermissten zu nennen. An Bord waren vermutlich auch blinde Passagiere. Nach Aussagen von Überlebenden des Unglücks müssen auf der brennenden Fähre fürchterliche, chaotische Zustände geherrscht haben.

Update 16.55 Uhr: Die Zahl der Toten bei dem Fährunglück in der Adria ist auf sieben gestiegen - das teilte die italienische Küstenwache mit. Inzwischen konnten alle überlebenden Passagiere von dem Schiff heruntergebracht werden.

Update 14.50 Uhr: Die Evakuierung der Adria-Fähre »Norman Atlantic« ist abgeschlossen. An Bord seien nur noch der Kapitän und vier Marine-Mitglieder, sagte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi am Montagnachmittag. Alle anderen Passagiere und Besatzungsmitglieder seien geborgen worden. »Es ist jetzt nur noch der Kapitän da, der wie alle guten Kapitäne als letzter von Bord geht«, sagte Renzi. Bisher wurden fünf Todesopfer bestätigt. An Bord waren ursprünglich 478 Menschen, darunter auch 18 Deutsche, als der Brand vor der griechischen Insel Korfu am Sonntagfrüh ausgebrochen war. Viele mussten mehr als 30 Stunden ausharren, bevor sie von dem qualmenden Schiff gerettet werden konnten. Die »Norman Atlantic« treibt derzeit noch vor der albanischen Küste.

Update 13.30 Uhr: Sämtliche Passagiere sind von der Adria-Fähre »Norman Atlantic« geborgen. An Bord sei nur noch die Besatzung, sagte der italienische Premierminister Matteo Renzi am Montag in Rom. 407 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Bisher wurden fünf Todesopfer gefunden, vier am Montag, ein Toter am Sonntag.

Update 12.55 Uhr: Das Schiffsunglück in der Adria hat bisher mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Das teilten der italienische Premierminister Matteo Renzi und der griechische Minister für Handelsschifffahrt, Miltiadis Varvitsiotis, am Montag mit. Zur Identität der Toten gab es zunächst keine weiteren Angaben. Bisher war offiziell nur von einem Toten aus Griechenland die Rede gewesen. Renzi sagte, laut Passagierliste seien noch 60 Menschen an Bord der »Norman Atlantic«, die gerettet werden müssten. Aber es könnten wegen blinder Passagiere mehr sein. Die Marine teilte mit, dass noch 115 Menschen von der havarierten Adria-Fähre gerettet werden müssten.

Update 12.30 Uhr: Die italienische Staatsanwaltschaft hat strafrechtliche Ermittlungen zu dem Brand auf der Adriafähre »Norman Atlantic« eingeleitet. Es solle vor allem geprüft werden, ob Fahrlässigkeit zu dem Unglück in der Adria geführt habe, teilte Staatsanwalt Giuseppe Volpe am Montag in Bari mit. Zudem sei Gegenstand der Ermittlungen, wie das Feuer ausbrach und warum es sich so rasend schnell verbreiten konnte.

Update 09.30 Uhr: Ein Containerschiff mit 49 Geretteten hat mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des Feuers auf der Adria-Fähre »Norman Atlantic« den Hafen des süditalienischen Bari erreicht. Das italienische Fernsehen zeigte am Montagmorgen Bilder von dem Frachter »Spirit of Piraeus«, der zur Hamburger Rickmers-Gruppe gehört. Laut Medienangaben waren auch Deutsche an Bord des Frachters. Auf der »Norman Atlantic« auf offener See warteten dagegen noch 188 Menschen auf ihre Rettung, 290 wurden bis Montagmorgen gerettet, wie die italienische Marine mitteilte.

Eigentlich sollte die »Spirit of Piraeus« in Brindisi anlegen - dies sei aber wegen schlechten Wetters nicht möglich gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Im Hafen von Bari waren die Rettungskräfte im Großeinsatz, Krankenhäuser waren in Alarmbereitschaft. Die meisten Geretteten auf dem Schiff stammten aus Griechenland, auch mehrere Kinder waren darunter, wie die Behörden im Hafen mitteilten. Der Präfekt von Bari sagte, den Geretteten an Bord des Schiffes gehe es wohl gut.

Die Flammen an Bord der Fähre seien unter Kontrolle, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Es könnte jedoch weitere Glutnester im Inneren des Schiffes geben, und es qualme weiter. Das italienische Marine-Schiff »San Giorgio« steuert den Einsatz.

Über die Ursache des Brandes auf dem Schiff wurde weiter spekuliert. Lkw-Fahrer berichteten in griechischen Medien, dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Ein Funke könne da schnell einen Brand auslösen.

Bei einer Kontrolle sollen Mängel auf dem Schiff festgestellt worden sein, unter anderem an Sicherheitstüren und bei der Beleuchtung. Der Schiffsbauingenieur Giorgos Margetis sagte dem griechischen Sender Skai, die Schäden könnten aber nicht gravierend gewesen sein - andernfalls wäre die »Norman Atlantic« am Auslaufen gehindert worden. Die Reederei betont, dass Schiff sei fahrtüchtig gewesen.

Brennende Adria-Fähre: Rund 200 warten noch auf Rettung

Rund 24 Stunden nach dem Ausbruch eines Feuers an Bord einer Adria-Fähre harren noch immer mehr als 250 Menschen auf dem Schiff aus. Die Rettungskräfte waren zwar durchgängig im Einsatz, doch Dunkelheit und dichter Rauch machten ihnen zu schaffen. Wie die italienische Marine am frühen Montagmorgen mitteilte, wurden bislang 221 Menschen von der »Norman Atlantic« gerettet. 257 weitere befanden sich demnach jedoch noch auf dem Schiff. Der Marine zufolge wurden inzwischen Ärzte an Bord gebracht.

Die Fähre der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als am frühen Sonntagmorgen nordwestlich der Insel Korfu vermutlich auf dem Autodeck ein Feuer ausbrach. Das Schiff trieb anschließend manövrierunfähig zwischen der italienischen und albanischen Küste. 478 Menschen waren insgesamt an Bord, darunter wahrscheinlich auch 18 Deutsche. Sturm und hohe Wellen hatten den Hilfseinsatz erschwert. Bis Mitternacht waren 190 Menschen nach Marine-Angaben gerettet worden.

Die meisten der Geretteten wurden mit Hubschraubern auf andere Schiffe gebracht, die zur Hilfe geeilt waren. Mehrere Menschen, darunter eine Schwangere und Kinder, kamen ins Krankenhaus. Nach offiziellen Angaben starb ein Grieche beim Sprung von Bord.

Die Flammen an Bord der Fähre seien unter Kontrolle, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Es könnte jedoch weitere Glutnester im Inneren des Schiffes geben, und es qualme weiter. Das italienische Marine-Schiff »San Giorgio« übernahm am Sonntagabend die Einsatzleitung. Wohin die Fähre geschleppt wird, war noch nicht ganz klar - möglicherweise ins süditalienische Brindisi.

Über die Ursache des Brandes auf dem Schiff wurde weiter spekuliert. Möglicherweise waren Laster überladen. Lkw-Fahrer berichteten in griechischen Medien, dass einige Fahrzeuge Olivenöl geladen hätten und dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Ein Funke könne da schnell einen Brand auslösen.

Bei einer Kontrolle sollen Mängel auf dem Schiff festgestellt worden sein, unter anderem an Sicherheitstüren und bei der Beleuchtung. Der Schiffsbauingenieur Giorgos Margetis sagte dem griechischen Sender Skai, die Schäden könnten aber nicht gravierend gewesen sein - andernfalls wäre die »Norman Atlantic« am Auslaufen gehindert worden. Die Reederei hatte betont, dass das Schiff fahrtüchtig gewesen sei. dpa/nd

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