Mehr Migranten auf Streife

Einstellungsquote bei der Polizei liegt bei 20 Prozent

Die Polizei wird vielfältiger. Der Frauenanteil ist deutlich gewachsen. Seit Jahren wird auch verstärkt um Menschen mit ausländischen Wurzeln geworben. Das macht sich bemerkbar.

Bei der Berliner Polizei nimmt der Anteil von Beamten aus Einwandererfamilien weiter zu. Das wird in absehbarer Zeit auch für die Führungspositionen gelten. Polizeipräsident Klaus Kandt sagte der dpa: »Ich denke, es wird nicht mehr lange dauern, bis wir Mitarbeiter mit Migrationshintergrund an herausgehobenen Stellen in der Polizei haben, wo sie auch von außen als Vorbilder stärker wahrgenommen werden.«

Die Polizei spreche bei der Nachwuchsgewinnung ganz selbstverständlich auch Migranten an. »Wir haben bei den Neueinstellungen eine erfreuliche Quote von über 20 Prozent«, sagte Kandt.

In der nächsten Zeit würden wegen des hohen Altersdurchschnitts bei der Berliner Polizei etwa 40 Prozent der Beschäftigten pensioniert werden. »Wenn da jedes Jahr 20 Prozent Migranten unter den neuen Kollegen sind, dann bereichert das die Polizei schon enorm. Wir sind da in einem deutlichen Veränderungsprozess.« Insgesamt hätten bislang zwar nur vier Prozent der Berliner Landespolizisten einen Migrationshintergrund. Statistisch werde der genaue Anteil nicht erfasst, er wachse aber kontinuierlich.

Der Polizeipräsident betonte: »Wir sind einer der größten Arbeitgeber der Stadt und in diesem Bereich Vorbild, da sind wir stolz darauf.« Die Polizei sei offen für die ganze Bevölkerung, was besonders wichtig für ihre Funktion als Bürgerpolizei sei. Erst kürzlich sei ein Migranten-Netzwerk innerhalb der Berliner Polizei gegründet worden.

Für Bewerber mit ausländischem Hintergrund würden keine geringeren Anforderungen gelten, sagte Kandt. »Die Beherrschung der Sprache ist eine Schlüsselqualifikation für Polizisten. Auch für Migranten gilt, dass sie klares Deutsch sprechen, dass sie Sachverhalte formulieren und Anzeigen aufnehmen können.«

Der aktuelle Bewerbungszeitraum läuft noch bis Ende Januar. Im Herbst 2015 werden dann 450 neue Polizisten eingestellt. Ein Großteil der Bewerber scheitert gewöhnlich an den hohen Einstellungshürden. Im vergangenen Herbst hatten sich etwa 10 000 Bewerber in der ersten Runde gemeldet. Nur rund 400 davon wurden schließlich auch genommen. dpa/nd

Weitere Berlin-Themen:

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung