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Es war ein gutes Jahr für ARD und ZDF. Dank politischer Dauerkrisen, aber auch sportlicher Großevents wie der Fußball-WM stieg ihr Marktanteil auf gut 25 Prozent, was im Paket mit Ablegern von Arte bist zu den Dritten auf knapp die Hälfte des Publikums anschwoll. Nun ist zwar kaum zu erwarten, dass dieser Erfolg im sportärmeren 2015 sich wiederholen lässt; doch dass RTL nach dem schwächsten Zuspruch seit 1989 nennenswert aufholt, ist noch weniger wahrscheinlich. Dafür werden schon die Streamingdienste von Maxdome bis Netflix sorgen. Die Zukunft hat begonnen.

Allerdings auch auf Arte, das am 8. Januar ein zukunftsweisendes Experiment startet: Zwei Filme zum Thema Atomenergie sollen dort nämlich die kulturelle Besonderheiten der Partnerländer aufzeigen. Unter deutscher Federführung läuft zum Auftakt »Tag der Wahrheit« mit Florian Lukas, der ein Pannen-AKW besetzt und dabei keine Zeit für Heiterkeit lässt. Im Gegensatz zu »Das gespaltene Dorf« tags drauf, wo Katja Riemann unter französischer Ägide die Bürgermeisterin eines Grenzdorfs ist, dessen Probleme durch ein Endlager gelöst wären. Hier ein Thriller, dort eine Komödie, beides sehenswert, aber eben doch schwer vergleichbar, wenn sich die Deutschen mit einem Thriller-Thema mal wieder auf heiligen Ernst festlegen.

»Bettys Diagnose« zeigt zwar ab dem 9. Januar (ZDF), dass es - leider mit dem Gebrauchtthema toughe Krankenschwester (Bettina Lamprecht) versus selbstgerechter Chefarzt (Maximilian Grill) - sogar am Vorabend leichtfüßig zugehen kann. Öffentlich-rechtlicher Beritt bleibt aber das Drama wie der ARD-Mittwochsfilm »Nie mehr wie immer«, in dem Franziska Walser eine Frau spielt, die an der dunklen Vergangenheit ihres Mannes (Edgar Selge) zu zerbrechen droht. Dass sie ihre Figuren wahrhaft verkörpern, liegt dabei nicht nur daran, dass beide auch real ein Paar sind; es hat mit der hiesigen Affinität zur sozialkritischen Seriosität zu tun. Vor allem im Krimi. Der Dortmunder »Tatort« (11. Januar) etwa begibt sich diesmal so wahrhaftig ins rechtsextreme Lager, dass »Hydra« Pflichtprogramm aller Pegida-Fans sein sollte. Vielleicht kapieren die so, wo ihr bourgeoiser Alltagsrassismus hinführt.

Dokumentarische Fiktion, dem Entertainment verpflichtet - das können nur Sachfilme besser. Wie »Tatort Kreisklasse«, mit dem die ARD am 7. Januar (22.45 Uhr) die grassierende Gewalt auf den Fußballplätzen in den untere Fußballligen skizziert. Weniger dramatisch, aber ähnlich gehaltvoll: »Hier sind die Roboter«, eine famose Dokumentation über das Werk der Elektro-Pioniere Kraftwerk (8. Januar, 22.45 Uhr, RBB). Dazwischen rangiert »Im Rausch«, der am 7. Januar um 21.50 Uhr auf Arte erkundet, wie die Kulturgeschichte seit 200 Jahren von Drogen beeinflusst wird. Auch »12 378 km Australien« (7., 9., 12. Januar, 20.15 Uhr, 3sat) sind unterhaltsam und lehrreich wie »The Internet’s Own Boy« über den Online-Aktivisten Aaron Swartz, dessen Kampf um die Freiheit des Netzes im Suizid endete. Quote kriegt man damit weder in der Nacht auf den 7. Januar um 1.05 Uhr noch am Mittwochmorgen um 9.30 Uhr auf ZDFinfo nicht, Ansehen schon.

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