Norweger beherrschen die Tour de Ski

Nicole Fessel überzeugt zum Start in Oberstdorf

  • Von Gerald Fritsche, Oberstdorf
  • Lesedauer: 3 Min.
Nicole Fessel startete erfolgreich in die Tour de Ski in ihrem Heimatort Oberstdorf. Zwei fünfte Plätze waren mehr als man erwarten durfte. Beherrscht wurde der Tour-Auftakt allerdings von den Norwegern.

Nicole Fessel hielt sich mit ihrer Freude über den gelungenen Start in die Tour de Ski mit zwei fünften Plätzen zunächst zurück. Die Sorge um den Gesundheitszustand ihrer Langlaufkollegin Claudia Nystad stand am Sonntag in Fessels Heimat Oberstdorf erst einmal im Vordergrund. Die zweimalige Olympiasiegerin war auf der zweiten Etappe gestürzt und musste mit einem Motorschlitten abtransportiert werden. Erst eine halbe Stunde nach Rennende gab es eine erste Entwarnung.

Die Oberwiesenthalerin wurde vorsichtshalber mit Verdacht auf eine leichte Gehirnerschütterung zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Damit ist für sie in ihrer letzten Saison der Traum von einer guten Abschiedstour geplatzt. Ihr WM-Start ist allerdings nicht in Gefahr.

Nach der guten Nachricht von Claudia Nystad konnte auch Fessel befreit über ihr Abschneiden jubeln. »Zwei fünfte Plätze daheim - ich bin jetzt überglücklich«, meinte die 31-Jährige. Sowohl beim Prolog am Samstag in der freien Technik als auch im 10-Kilometer-Verfolgungsrennen im klassischen Stil überzeugte sie. »Jetzt bin ich stolz. Und es gibt auch Kraft für die nächsten Rennen der Tour«, sagte die Allgäuerin.

An der Dominanz der Norwegerinnen mit der überragenden Marit Björgen an der Spitze konnte aber auch die Lokalmatadorin nicht rütteln. »Ich war nicht in der Lage, das Höllentempo der Norwegerinnen mitzugehen. Ich bin aber ruhig geblieben und konnte dann mein eigenes Rennen laufen«, sagte Fessel nach ihrer Vorstellung am Sonntag.

Björgen ließ dabei selbst ihren Landsfrauen um »Kronprinzessin« Therese Johaug nicht den Hauch einer Chance. Einen Tag zuvor hatte Björgen schon den Prolog vor ihren Teamkolleginnen Heidi Weng, Ragnhild Haga und Therese Johaug für sich entschieden. Im Verfolgungsrennen am Sonntag lag dann die Weltcup-Gesamterste vor Weng und Vorjahressiegerin Johaug. Die sechsmalige Olympiasiegerin hat nach zwei von sieben Etappen bereits 1:01 Minuten Vorsprung auf Weng.

Neben Fessel überzeugten aus deutscher Sicht auch Denise Herrmann (Oberwiesenthal) als 16. und Steffi Böhler (Ibach) als 18. des Tour-Gesamtklassements.

Bei den DSV-Männern gab es erste Lichtblicke nach einem völlig misslungenen Saisonstart. Hannes Dotzler aus Sonthofen katapultierte sich am Sonntag über 15 Kilometer nach seinem 62. Rang im Prolog gleich um 40 Plätze nach vorn. »Es läuft noch lange nicht alles rund, aber ich denke, es war nicht nur von mir ein guter Schritt nach vorn«, sagte er. Dotzler war in der Saisonvorbereitung lange krank und verletzt. Jetzt sucht er noch nach seiner Form. »Ich will bei den nächsten Distanzrennen wieder in die Punkte laufen und mich für die Weltmeisterschaft in Form bringen«, kündigte er an. Jonas Dobler (Traunstein) ist 24., Lucas Bögl (Gaissach) liegt auf Platz 25. Bögl war beim Prolog als 17. bester Deutscher.

Von der Spitze sind die Deutschen erwartungsgemäß aber noch weit entfernt. Und auch nach Oberstdorf hat kein einziger DSV-Läufer auch nur die halbe Norm für die Weltmeisterschaft im Februar (Platz 15) erfüllt.

Dario Cologna aus der Schweiz gewann den Prolog, Petter Northug aus Norwegen holte sich mit seinem Erfolg im Rennen am Sonntag die Gesamtführung. Der neunmalige Weltmeister setzte sich im Verfolgungsrennen durch und löste damit den Schweizer Olympiasieger Cologna an der Spitze der Tourneewertung ab. Für Northug, der nach der Saison eine Haftstrafe wegen einer Trunkenheitsfahrt antreten muss, war es der erste Weltcupsieg nach genau einem Jahr.

Am Dienstag geht die Tour de Ski mit Freistilsprints in Val Müstair in der Schweiz weiter, die deutschen Hoffnungen liegen dabei auf den Spurt-Assen Denise Herrmann und Hanna Kolb. dpa/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung