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Strom für das Dach der Welt

Elektrizität gibt es in Nepal, wenn überhaupt, nur stundenweise. Denn der erzeugte Strom reicht lange nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Nur 56 Prozent der Haushalte sind ans Stromnetz angeschlossen. Und selbst wer Strom hat, muss mit Ausfällen bis zu 16 Stunden am Tag rechnen. Wer kann, versorgt sich deshalb zusätzlich mit einem Dieselgenerator. Doch ein Liter Diesel kostet umgerechnet etwa 1,15 Euro - und manchmal zwei Stunden Wartezeit.

In den entlegenen Regionen hat nur jeder Vierte überhaupt Zugang zu Strom. Deshalb heizen die Bewohner hier noch mit Holz und getrocknetem Tierdung. Manche Dörfer im Himalaya beziehen ein wenig Strom über kleine Wasserkraftwerke, die allerdings nur funktionieren, wenn die Flüsse genügend Wasser führen.

Die Regierung versucht seit Jahren, der steigenden Energienachfrage gerecht zu werden, indem sie zum Beispiel in große Wasserkraftwerke investiert. Sie hat das Monopol der Energieversorgung aufgegeben, so dass private Stromlieferanten mittlerweile immerhin 200 von insgesamt 1201 produzierten Megawatt stellen. Um private Investitionen anzulocken, hob sie außerdem die Strompreise um 17 Prozent an.

Auch Förderungen für den Ausbau von Erneuerbaren Energien hat die nepalesische Regierung ins Leben gerufen - und dafür das Alternative Energy Promotion Center (AEPC) gegründet. Schon seit Jahren gebe es hier die Mittel, doch der Großteil des Geldes gehe in Korruption und Misswirtschaft unter, so Frank Boemer von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kathmandu. »Das ist, als würden sie einem Kind eine Waffe in die Hand geben und sagen: aber schön vorsichtig sein«, so Boemer.

Das AEPC bietet jedoch auch Förderungen für private Solarthermie- und Photovoltaikanlagen an. Eine gute Chance für die entlegenen Regionen des Himalaya. So kann es sein, dass man auf einer Lodge inmitten der Berge einzelne Solarmodule findet. Und sogar die Nomaden wissen sich mit Solarenergie zu helfen und haben ein kleines Solarmodul zum Aufladen des Handys mit im Gepäck. Ines Bresler

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