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Es mangelt an Verteilung

In der Welt gibt es genug Nahrungsmittel für alle

Die Prognose, dass die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf etwa neun Milliarden Menschen ansteigen wird, stellt Industrie- wie Entwicklungsländer vor eine große Herausforderung - nicht nur, weil sich der Nahrungsmittelbedarf mehr als verdoppeln wird. Derzeit wird zwar genug Nahrung produziert, um alle Menschen ausreichend und gesund zu ernähren, dennoch leiden weltweit 805 Millionen Menschen an Hunger.

Die Tatsache, dass mehr als 70 Prozent der Nahrung weltweit immer noch von Kleinbauern und -bäuerinnen produziert wird und gleichzeitig mehr als die Hälfte der Hungernden ausgerechnet aus Kleinbauernfamilien stammen, ist ein Paradoxon. Doch eine Missernte reicht, um die Subsistenzbauernfamilien in eine solche missliche Lage zu bringen.

Eine Situation, die unter anderem auch für Nepal bezeichnend ist. Die geringe Produktivität in der Landwirtschaft führt bei einer rasch wachsenden Bevölkerung zu Nahrungsmangel und Unterernährung. Nepal ist ein von Subsistenzwirtschaft geprägter Agrarstaat, was bedeutet, dass Kleinbauern und -bäuerinnen vor allem für das eigene Überleben und das ihrer Familien produzieren. Da landwirtschaftlich nutzbare Anbauflächen im Himalaya-Gebiet Mangelware sind und zudem durch Bodendegradierung noch knapper werden, stehen die Menschen dort vor einer großen Herausforderung. SODI und die nepalische Nichtregierungsorganisation SAHAS setzen dort mit den Bewohnern gemeinsam auf ressourcenschonende ökologische Landwirtschaft und die Stärkung lokaler Produktionssysteme.

In der Projektregion Daikekh in Westnepal reichen die Erträge der kleinen Felder der sechs Projektgemeinden zum Teil gerade mal für drei Monate. Auch die Bedeutung von gesunder, ausgewogener Ernährung ist - insbesondere für Schwangere und Kleinkinder - den meisten Menschen unbekannt. Kleinbauernfamilien in der Projektregion lernen, wie sie durch nachhaltige Landwirtschaft, Erträge indigener Gemüse- und Getreidesorten steigern und ihre Produktion an die durch den Klimawandel bedingten Veränderungen (zum Beispiel extreme Trockenheit) anpassen. In Hausgärten pflanzen die Bauern vitaminreiche Obst- und Gemüsesorten für den Verkauf und Eigenbedarf an. Die nepalische Nichtregierungsorganisation SAHAS, die Michaelis Kirchengemeinde in Hamburg und SODI wollen so die Ernährungslage von insgesamt 8100 Menschen in Westnepal nachhaltig verbessern.

Rima Hanano

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