Aert van Riel 13.01.2015 / Inland

Die Kippa als Risiko

In Deutschland häufen sich Angriffe auf Juden / Antisemitische Einstellungen sind in der Mitte der Gesellschaft weit verbreitet

Jedes Jahr werden hierzulande hunderte antisemitische Straftaten verübt. Die Linkspartei warnt in erster Linie vor dem »militanten Rechtsextremismus«.

Ein stark alkoholisierter Mann reißt an einem Sommertag einem Stadtführer in Frankfurt am Main die Kippa vom Kopf, beschimpft ihn als »Kindermörder« und »Drecksjuden«. Er solle »vergast« werden, ruft der Angreifer. Seine Kunden sowie einige Passanten helfen dem Stadtführer. Sie alarmieren die Polizei. Der Stadtführer macht sich Sorgen, ob er sich überhaupt noch mit der Kippa auf dem Kopf in der Öffentlichkeit zeigen kann.

Wenige Wochen vorher wird im nordrhein-westfälischen Herne ein Mahnmal für Holocaustopfer von Unbekannten beschädigt. Die Täter haben nachts den Bauzaun aufgebrochen, der das Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Juden umgibt, und die Zaunhalterung gegen die Glaskörper geworfen, die in der Betonwand eingelassen sind. 13 der gläsernen Okulare werden dadurch beschädigt.

Dies sind nur zwei Beispiele für die vielen antisemitischen Straftaten, die allein im vergangenen Jahr in Deutschland verübt worden s...

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