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Im Kosmos wird das Essen knapp

Verpflegung für die Bewohner der Internationalen Raumstation ISS darf nicht nach Russland

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: 2 Min.

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Auf der Internationalen Raumstation droht Mangel an Lebensmitteln. Wegen Moskaus Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel liegt Weltraumnahrung beim Zoll fest.

Scheitert die Internationale Weltraumstation ISS womöglich an Banalitäten wie Verpflegungsnachschub? Zwar hatten sowohl Russland als auch die USA, als im Sommer der Schlagabtausch der Sanktionen wegen Moskaus Haltung in der Ukrainekrise begann, erklärt, die Fortführung der ISS-Mission falle nicht unter das Embargo. Zurzeit düsen fünf Männer - drei russische Kosmonauten und zwei US-Kollegen - sowie eine italienische Astronautin mit der der ISS um den blauen Planeten und warten auf Nachschub an Proviant. Doch die Weltraumnahrung aus Europa steht seit mehreren Tagen auf dem toten Gleis an der russischen Grenze.

Der Zoll verweigert die Abfertigung und beruft sich dabei auf die von der russischen Regierung im August verfügte Einfuhrsperre für europäische Lebensmittel, die für mindestens ein Jahr gelten soll.

Zur Panik gebe es keinen Anlass, glaubt Alexander Schelesnjakow von der Russischen Akademie für kosmische Wissenschaften. Die an Bord befindlichen Lebensmittel würden für mindestens ein Jahr reichen. Entwarnung kam auch vom Flugleitzentrum im Sternenstädtchen bei Moskau. Der nächste Transporter mit Nachschub, der am 17. Februar starten soll, werde wegen des Embargos nicht halb leer auf die Reise gehen, sagte Alexander Agurejew, der für den Weltraumproviant zuständige Abteilungsleiter im Moskauer Institut für medizinisch-biologische Probleme. Demzufolge dürfen sich die Kosmonauten sogar auf Frischkost freuen: Äpfel, Tomaten und Zitronen - alles sonnengereift in Russland. Und weil das Land inzwischen seine Hausaufgaben bei der Nachzucht von Jungfischen gemacht hat, wurde zu Jahresbeginn auch das 2006 wegen Überfischung der Kaspisee verhängte Fang- und Exportverbot für Störfische gelockert. Erstmals seit Bestehen der ISS soll daher echter schwarzer Kaviar ins All gebracht werden.

Schon allein deshalb dürfte sich die Gier nach Westpaste in Tuben in sozial verträglichen Grenzen halten, glauben Kolumnisten. Einer empfahl sogar, die westlichen Teilnehmer der Langzeitmission bis zum Heimflug im März komplett auf Kaviar zu setzen. Sie würden als glühende Russland-Propagandisten zu Mutter Erde zurückkehren. Glaubt man indes der NASA, haben nicht die Amis, sondern die russischen Kosmonauten die vom Kreml verbotene Tubenfracht geordert. Die Besatzungsmitglieder, so ein Sprecher der US-Raumfahrtbehörde bei Radio Echo Moskwy, könnten »bestellen, was sie wollen« und müssten sich daher keineswegs auf Erzeugnisse ihrer Heimatländer beschränken.

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