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Die Inseldrohne macht Winterpause

40 Versorgungsflüge für die Juister »Seehund«-Apotheke verliefen störungsfrei - jetzt werden die Daten ausgewertet

Die Paketdrohne für Medikamentenflüge zur ostfriesischen Insel Juist macht derzeit Pause. Wie das Pilotprojekt weitergeht, steht noch nicht fest. Derzeit werden die Flugdaten ausgewertet.

Norddeich/Bonn. Auch Drohnen machen Winterschlaf - zumindest die Paketdrohne im ostfriesischen Norddeich. Das unbemannte Fluggerät der Deutsche Post DHL machte im vergangenen Herbst Schlagzeilen, als es versuchsweise Medikamente zur Apotheke »Seehund« auf der Insel Juist transportierte.

Knapp 40 Flüge vom Festland zur Insel verliefen nach DHL-Angaben störungsfrei, auch bei Dunkelheit, Regen und Nebel. Die Daten der Versuchsflüge zwischen September und Mitte Dezember werden derzeit ausgewertet, um Rückschlüsse auf das weitere Vorgehen zu ziehen. Konkrete Pläne für einen Regelbetrieb von DHL-Paketkoptern gibt es jedoch nicht. »Bis dahin wird der Paketkopter zwar am Boden bleiben, die Forschungsaktivitäten laufen jedoch unvermindert weiter«, sagte Ole Nordhoff vom Bereich Geschäftskunden bei DHL in Bonn. Zunächst stehe die Auswertung der Daten im Mittelpunkt. Daran arbeitet die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH). Eventuell sollen weitere Erprobungsflüge folgen, um danach eine Strategie zur Weiterentwicklung des Paketkopters zu definieren.

Die Drohne mit vier elektrisch betriebenen Rotoren fliegt die Route über das Wattenmeer automatisch. Je nach Wind benötigt sie für die zwölf Kilometer lange Strecke zur »Seehund«-Apotheke auf der Insel rund 16 Minuten. Das Personal einer mobilen Bodenstation kann in Notfällen eingreifen. Die Flugsicherung, die Nationalparkverwaltung Wattenmeer und andere Stellen haben den mehrmonatigen Feldversuch genehmigt, aus Sicherheitsgründen muss aber jeder Flug einzeln angemeldet werden. Ob die Drohne irgendwann regelmäßig über das Wattenmeer zur Insel Juist fliegen wird, kann Nordhoff derzeit nicht sagen. Das Beispiel Juist zeige, dass der Einsatz des Paketkopters bei Hindernissen wie Berge oder Wasser interessant sei - besonders, wenn dahinter Menschen versorgt werden müssten. dpa/nd

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