Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Mutmacher

PERSONALIE

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.
Eigentlich sollte die deutsche Handballmannschaft gar nicht bei der WM mitspielen, erst eine Wildcard ermöglichte die Teilnahme. Bis heute haben sie kein Spiel verloren. Ein Porträt des Trainers, der den Glauben nie verlor.

Mit 2110 Metern ist der Hvannadalshnúkur noch immer die höchste Erhebung Islands. Dass aber der Glaube eines Isländers sprichwörtlich Berge versetzen kann, daran besteht in diesen Tagen kein Zweifel. Dagur Sigurdsson führte die deutschen Handballer als Trainer ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Katar, im Spiel gegen die Gastgeber könnte an diesem Mittwoch eine DHB-Auswahl erstmals seit acht Jahren wieder ein WM-Halbfinale erreichen.

»Glaubt an Euch!« Diese Worte seines Trainers hob Sven-Sören Christophersen am 16. September 2012 besonders hervor. Er hatte gerade mit seinen Mitspielern von den Füchsen Berlin ein Remis gegen den übermächtigen THW Kiel erkämpft. Gesprochen hatte die Worte Dagur Sigurdsson - immer wieder. In Doppelfunktion ist der 41-Jährige bis zum Ende dieser Saison auch noch Trainer des Bundesligisten. 2009 war er nach Berlin gekommen. 2012 führte er die Füchse ins Halbfinale der Champions League, 2014 wurde mit dem Pokalsieg der erste Titel der Vereinsgeschichte gefeiert. Der Abstiegskandidat ist ein europäischer Spitzenklub geworden.

Mut musste Dagur Sigurdsson, seit September Bundestrainer, auch seinen Nationalspielern machen. Niemand hatte noch an sie geglaubt, am wenigsten sie selbst. Für Olympia 2012, die EM 2014 und die WM 2015 konnten sie sich nicht qualifizieren. Dank einer Wildcard sind sie in Katar dabei, dank Sigurdsson, der vor allem die Abwehrarbeit verbesserte, haben sie dort noch kein Spiel verloren.

Dagur Sigurdssons großes Verständnis für Ball, Raum, Gegner und Taktik scheint naturgegeben. Für Islands U 17-Fußballauswahl bestritt er sieben Länderspiele. Die Entscheidung für den Handball war dennoch die richtige. In 215 Länderspielen warf er 397 Tore, neun Meistertitel gewann er mit Valur Reykjavik und Bregenz HB. Zu den Österreichern kehrte er nach einem Abstecher nach Japan 2003 als Spielertrainer zurück. Seitdem begleitet ihn diese blaue Taktiktafel, mit der er nun auch in Katar seinen Spielern ruhig, sachlich und klar Anweisungen gibt. Den Glauben an sich selbst haben sie längst wiedergefunden.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln