Werbung

Pegida-Mob bedroht TV-Reporter

Ver.di besorgt um Kollegen bei Aufmarsch in Duisburg

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Duisburg. Bei einer Pegida-Demonstration in Duisburg (»Dugida«) sind Journalisten des WDR-Fernsehens am Montagabend von rechten Demonstranten massiv eingeschüchtert worden. Sie konnten ihren Livebericht für die WDR-Sendung »Aktuelle Stunde« nur ein Stück weit abseits des eigentlichen Protestgeschehens produzieren. Alles andere wäre »viel zu gefährlich« gewesen, betonte Reporter Georg Kellermann vor laufender Kamera. Er sei von Teilen der rund 300-Dugida-Demonstranten bedrängt worden. »Da war eine Menge Aggressivität zu spüren«, berichtete der WDR-Journalist.

Auch die Polizei konnte oder wollte für die Sicherheit des Kamerateams nicht garantieren und forderte die Journalisten nach WDR-Angaben auf, nicht zu lange zu berichten. »Polizisten sagten, sie wüssten nicht, wie sich die Lage entwickeln würde. Darum die Bitte, sich zu beeilen«, hieß es am Dienstag beim Sender.

Christof Büttner, NRW-Geschäftsführer der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di, sagte gegenüber »nd«, er betrachte die aufgeheizte Stimmung der Pegida-Anhänger mit Sorge. »Das sind schwierige Bedingungen für Berichterstatter. Hier ist es Aufgabe der Polizei für die Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen zu sorgen.«

Doch offenbar war das Großaufgebot der Polizei allzu sehr damit beschäftigt, die 300 Dugida-Marschierer von rund 900 Gegendemonstranten abzuschirmen, als dass noch personelle Kapazitäten für den Schutz der Presse blieben. Im Polizeibericht wird das Ereignis beschwiegen. Der Sicherheitsbehörde erscheint es bedeutsamer, dass es ihr gelang, eine Rockerinnen-Kutte (Aufschrift: »Bandida«) zu beschlagnahmen.

Die Pegida-Bewegung in Nordrhein-Westfalen ist gespalten. In Duisburg rufen die eher gemäßigten Führungskräfte um Sebastian Nobile zum Protest, die sich Mitte Januar von der langjährigen rechtsextremen Funktionärin Melanie Dittmer (früher NPD, heute »Pro NRW«-Vorstand) trennte. Dittmer mobilisiert seitdem mit Nobile konkurrierend montags in Düsseldorf zum Aufmarsch. nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!