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Antje Hermenau tritt bei den Grünen aus

Sächsische Landespolitikerin und Schwarz-Grün Anhängerin: »Mein Versuch, mich an die Partei anzupassen, ist gescheitert.«

Berlin. Die sächsische Grünenpolitikerin Antje Hermenau tritt aus der Partei aus. »Nach einem Vierteljahrhundert verlasse ich die Grünen«, sagte die langjährige Landtagsfraktionsvorsitzende der »Zeit«. »Mein Versuch, mich an die Grünen anzupassen, ist gescheitert.« Hermenau war Gründungsmitglied der Grünen im Freistaat und wirkte zehn Jahre auch als Finanzpolitikerin auf Bundesebene. Im vergangenen September hatte sie sich bereits aus der aktiven Politik zurückgezogen, nachdem ihre Partei nach der Landtagswahl ein schwarz-grünes Bündnis ausgeschlossen hatte.

Die 50-Jährige ist eine Verfechterin einer engeren Zusammenarbeit mit der CDU. »Ich habe ein Vierteljahrhundert meines Lebens dafür gestritten, entspannt mit der CDU umzugehen«, sagte sie der »Zeit«. »Ein schwarz-grünes Bündnis ist für die Partei existenziell. Man muss das wirklich wollen, aus freien Stücken, und darf nicht wahltaktisch herummanövrieren. Aber dafür gibt es bei den Grünen einfach keine Mehrheiten.« Sie halte den Kurs der Partei für falsch und fühle sich »politisch heimatlos«.

1990 eine der Mitgründer der Ost-Grünen, war von 1994 bis 2004 Abgeordnete und auch Haushaltspolitische Sprecherin ihrer Partei im Bundestag. Nach der Landtagswahl in Sachsen 2014 Jahr gab sie alle politischen Ämter auf. Einen Eintritt in die CDU erwäge sie nicht.

Hermenau setzte sich auch von der Kritik der Grünen an der rechten Pegida-Bewegung ab. »Das sind keine dumpfen Nazis von einem anderen Stern, sondern meine Leute, eben auch Sachsen«, sagte sie der Wochenzeitung. »Da ist viel Dumpfes dabei, das will ich nicht beschönigen. Aber es gibt auch eine echte Ratlosigkeit, die eine angemessene Antwort verdient.«

Hermenau nannte manche Fragen, die Pegida aufwerfe, berechtigt: »Die Euro-Rettung ist eine Farce, Sparguthaben und Versicherungen werden enteignet, und der Görlitzer Park in Berlin ist ein abschreckendes Beispiel für eine misslungene Integrationspolitik. Das überzeugt die Leute nicht.« Die Organisatoren von Pegida seien austauschbar, »aber die Stimmung bleibt«. Agenturen/nd

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