»Im Westen gefallen«

Daniela Krien erzählt in ihrem Band »Muldental« von Gestrauchelten und Verlorenen

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Liest man den Klappentext, ist man an DDR-Zeiten erinnert. Etwas zu glätten, das hätte damals den Sinn gehabt, den Autor und sein Werk zu schützen. Zu schützen, indem man die literarische Aussage klein macht? Der Leser würde es verstehen, aber die Zensur würde keinen Zugriff haben. Ein Augenzwinkern des Verlagslektors hin zur Obrigkeit: Lassen wir’s durch. Das wird heute kaum einer mehr verstehen. Wie haben sich die Dinge umgekehrt! Damals sehnten sich Leser nach dem Zugespitzten, Problematischen, nun aber fürchten Verlage, gerade damit keine Umsätze zu machen.

Bemühen um Ausgewogenheit, die so gar nicht in den Texten vorhanden ist: »In zehn Geschichten schildert Daniela Krien Menschen, deren Hoffnungen und Pläne nach der Wende erfüllt oder betrogen wurden.« Moment mal: Hier ist fast nur von Verlierern die Rede. Aber Leute, die Angst haben, irgendwann oder irgendwie dazugehören zu müssen, lesen vielleicht davon nicht gern. »Ma...


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