Der Fluch des schwarzen Goldes

Venezuelas sozioökonomische Entwicklung hängt am Ölpreis und steht durch den Verfall gewaltig unter Druck

  • Von Raul Zelik, Caracas
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Venezuela steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit 1998 Hugo Chávez erstmals gewählt wurde. Die von ihm geförderten Formen demokratisch-solidarischer Eigenverantwortung sind noch nicht tragfähig.

Schon die ersten Augenblicke im Land zeigen das ganze Ausmaß der venezolanischen Krise: Wer nicht illegal bei Taxifahrern tauschen will und deshalb die staatliche Wechselstube aufsucht, ist mit einer Situation à la Monty Python konfrontiert. Drei Angestellte sitzen hinter Panzerglas und warten darauf, dass ihre Schicht zu Ende ist. Es geht zwar nur um 20 Dollar, aber seit die bolivarische Regierung Finanzspekulation und Kapitalflucht mit Hilfe von Umtauschbeschränkungen zu bekämpfen versucht, sind Devisengeschäfte in Venezuela stark reglementiert. Der Geldwechsel darf nur mit Ausweispapieren vollzogen werden.

Die jüngste der drei Angestellten, die den Pass entgegennimmt, hat die Arbeit offensichtlich noch nicht oft gemacht. Vielleicht will sie einem auch nur eine Möglichkeit geben, es sich noch einmal anders zu überlegen. Geschlagene 15 Minuten braucht sie, um Namen und Passnummer in ihr System einzutragen. Dann endlich händig...

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