Arno Klönne 29.01.2015 / Kolumnen

Wutspaziergänge, Pflichtübungen, Werbegelegenheiten

Wie Demonstranten eingesammelt, mit Leitworten versehen und auf den rechten Weg gebracht werden sollen.

Die Labels der Pegida-Bewegung sind sehr offen formuliert, gerade deswegen gelingt es den Rechten ihre Themen in dieser Bewegung unterzubringen. Doch auch das Label »Bunt« reicht nicht für einen linken Widerstand.

Pegida zerstreut sich. Aber der Hang zum Demonstrieren wird damit nicht am Ende sein. Das grundgesetzliche Recht zum »Versammeln unter freiem Himmel« ist in der deutschen Gesellschaft seit etlichen Jahren zunehmend in Anspruch genommen worden. Nicht nur von Unruhefans, sondern in Massen auch von »Normalos«. Verhaltensforscher und Kommentatoren in Sachen Politik deuten das als ein Zeichen dafür, dass die Bereitschaft zu demokratischem Engagement sich erfreulicherweise ausgebreitet habe - oder als bedenkliches Symptom einer Funktionsschwäche des parlamentarischen Systems. Die Wertungen hängen auch davon ab, ob den Bewertern die jeweiligen Anlässe und Inhalte der Demos in ihre eigenen Wünsche passen - oder nicht. Parteipolitisch: Ob sich hier Stimmen einsammeln oder abzweigen lassen. Unternehmerisch: Wie sich Demos für das Marketing auswirken.
Unternehmerischen Freunden der Atomenergie oder der Kohle zum Beispiel ist ein Aufruhr gegen Windkraftanlagen als »gutdemokratisch« willkommen, im Fall Gorleben oder bei Kohlekraftwerken galt ihnen der Protest als widerwärtig.

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