Zum Beten in den Keller

In Dresden haben Menschen Angst – vor Pegida, nicht vor dem Islam

  • Von Fabian Köhler
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Ist die islamfeindliche Bewegung Pegida am Ende? Selbst wenn: Der Hass auf Muslime gehört in Dresden längst zum Alltag. Ein Besuch bei Menschen, die zum Beten in den Keller gehen.

Wer sich in Dresden auf die Suche danach macht, was Zehntausende Bürger der Stadt als »Islamisierung« bezeichnen, landet in einem maroden Bungalow. Versteckt zwischen Krankenhaus und gläsernem Volkswagen-Prachtbau. Früher trafen sich hier einmal Fußballer nach dem Spiel zum Biertrinken. Heute beten hier Dresdner Muslime, hinter dem hellgrün von der Fassade bröckelndem Putz. »Bildungs- und Kulturzentrum« steht am Schild neben der Kunststofftür. Stünde hier auch nicht ein arabisch klingender Name, man würde nicht ahnen, dass es sich um eine Moschee handelt.

Vier paar Schuhe stehen im Holzregal am Ende der Kellertreppe. Dahinter kniet Samy Ibrahim auf der weinroten Auslegware und redet mit leiser Stimme. Über die Angst, die ihn und die anderen Muslime der Stadt nicht loslässt. Selbst hier nicht, im Keller der Marwa Elsherbiny-Moschee. »Unfreundlicher« seien die Menschen geworden, seit in Dresden regelmäßig Tausende gegen Migrante...

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