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Neonazis verschicken Todesanzeigen

Rechte Szene in Dortmund will Kritiker einschüchtern

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

Für Journalisten, die ihre Arbeit der Aufklärung über Neonazis widmen, wird es oft ungemütlich, da den Rechten die Recherche der Reporter selten passt. Das Ruhrgebiet und insbesondere Dortmund zeigen sich in den letzten Monaten zunehmend als Pflaster, wo es für Berichterstatter über rechte Strukturen immer gefährlicher wird. Hetzbriefe, Haustürbesuche und Beleidigungen gehören leider fast schon zum Alltag.

Eine besonders makabre Form der Bedrohung nutzen nun offenbar Dortmunder Neonazis. Im Netz werden neben den üblichen Hasstiraden falsche Todesanzeigen mit dem vollen Klarnamen verschiedener Journalisten und weiterer Personen, die sich gegen Neonazis engagieren, verbreitet. Die Todesbotschaften sind in ihrer Optik und Sprache echten Anzeigen, wie man sie aus Tageszeitungen kennt, nachempfunden. Wo sonst Zitate der Hinterbliebenen stehen, um an den Toten zu erinnern, drohen die Neonazis dagegen mit Aussagen wie »In unserem Herzen lebst du auf keinen Fall weiter« und »Bald ist es Zeit zu gehen«. Empfänger der bedrohlichen Botschaften waren neben Journalisten der Ruhrbarone, der Ruhr Nachrichten sowie des Nordstadtblogs auch Mitglieder der SPD-Jugendorganisation Jusos, der Piratenpartei und der LINKEN. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Auffälliges Detail: Auf der unteren Hälfte der Anzeigen wird auf einen einschlägig bekannten Dortmunder Neonazi-Onlineshop verwiesen. Die Schreiben selbst sind angeblich im Namen des »Nationalen Widerstands« verfasst, ein Hinweis auf den seit 2012 vom nordrhein-westfälischen Innenminister verbotenen »Nationalen Widerstand Dortmund«. Es sind nicht die ersten Vorfälle dieser Art. Bereits im Dezember hatten Neonazis via Twitter ähnliche Todesnachrichten verschickt.

Die Dortmunder LINKE warnt schon länger vor den immer aggressiver werdenden Neonazis und spricht von einer »skandalösen und höchst beunruhigenden« Zunahme neonazistischer Gewalt. Die Partei fordert deshalb unter anderem ein Verbot der Partei »Die Rechte«, aus deren Umfeld viele der Einschüchterungsversuche ausgehen sollen. »Wir brauchen mehr Menschen, die sich gegen die Rechten engagieren«, sagt der Kommunalpolitiker der Dortmunder Piraten Dirk Pullem.

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