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Hunderte blockieren Naziaufmarsch in Weimar

Vertreter der Kirchen verteidigen Kirchenasyl für Flüchtlinge ++ Fast vier Prozent der Schulstunden fallen aus ++ Thüringen steht bei Filmemachern hoch im Kurs ++ Der Nachrichtenüberblick aus Thüringen

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Update 17 Uhr:
Hunderte blockieren Naziaufmarsch in Weimar

Mehr als 1000 Menschen haben sich am Samstag in Weimar einem von Neonazis geplanten sogenannten Trauermarsch entgegengestellt. Dabei konnten die Neonazis nur einen Teil der festgelegten Route marschieren: »Wir haben die Marschstrecke verkürzen müssen wegen einer Blockade«, sagte Polizeisprecherin Steffi Kopp. Uta Kühne vom Bürgerbündnis wertete dies als Erfolg: »Das Bündnis «Weimar gegen Rechts» hat erfolgreich verhindert, dass alte und neue Nazis die Bombardierung Weimars vor 70 Jahren für ihre Zwecke missbrauchen konnten.« Nach Polizeiangaben kamen bei den Protesten des Bündnisses gegen Rechts etwa 1.200 Gegendemonstranten zusammen, der Veranstalter sprach von 1.500. Der »Trauermarsch« der Neonazis zählte etwa 100 Teilnehmer. Bei einer Kundgebung forderte auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Rechtsradikale dürften die Geschichte nicht für sich instrumentalisieren. Er warnte zudem davor, die NS-Verbrechen zu verharmlosen. Außerdem sprachen unter anderem Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) und der Präsident der Hochschule für Musik, Christoph Stölz.

Update 15.30 Uhr:
Hunderte demonstrieren in Weimar gegen Neonazis

Einige hundert Menschen haben am Samstagmorgen in Weimar gegen einen von Neonazis geplanten sogenannten Trauermarsch demonstriert. Nach Polizeiangaben kamen bei den Protesten des Bündnisses »Weimar gegen Rechts« nach ersten Schätzungen etwa 400 bis 500 Menschen zusammen. Auf einer Kundgebung soll am Nachmittag auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprechen. Das Protestbündnis will nicht zulassen, dass Rechte das Gedenken an die Opfer der Bombardierungen Weimars im August 1944 und am 9. Februar 1945 verunglimpfen. Unter den Toten waren neben Einheimischen auch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge.

Update 15.20 Uhr:
Vertreter der Kirchen verteidigen Kirchenasyl für Flüchtlinge

Thüringer Vertreter von Evangelischer und Katholischer Kirche haben das umstrittene Kirchenasyl verteidigt. »Den Vorwurf, dass wir hier irgendeinen politischen Druck aufbauen wollen, weise ich zurück«, sagte der Oberkirchenrat und Beauftragte der evangelischen Kirchen bei der Thüringer Landesregierung, Christhard Wagner der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Erfurt. Es gehe vielmehr darum, in einer Situation zu helfen, in der die Flüchtlingszahlen immer weiter stiegen. Über das Thema hatte zuvor MDR Thüringen berichtet. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte jüngst Kritik am Verhalten der Kirchen geäußert, Flüchtlingen am Staat vorbei Zuflucht zu gewähren. Wagner gab zu bedenken, dass die wenigen Hundert aktuellen Fälle von Kirchenasyl in Deutschland gegenüber Zehntausenden Flüchtlingen kein »Massenphänomen« darstellten. »Kein Gemeindekirchenrat macht es sich leicht, ein Kirchenasyl zu gewähren.« In Thüringen gibt es laut Wagner etwa zehn Flüchtlinge, denen die Kirche aktuell Zuflucht bietet. Gegenüber dem MDR betonte auch der Sprecher des Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr, es komme immer wieder vor, dass eine zweite Prüfung der Anträge von Flüchtlingen in Kirchenobhut doch noch das Aufenthaltsrecht in Deutschland bringe.

Update 8.30 Uhr:
Weimar steht auf gegen »Trauermarsch« von Neonazis

Mit Kunstaktionen, einer Demonstration und einer Kundgebung wollen Einwohner Weimars am Samstag (ab 09.30) Signale gegen einen geplanten sogenannten Trauermarsch von Neonazis setzen. Das Protestbündnis will nicht zulassen, dass Rechte das Gedenken an die Opfer der Bombardierungen Weimars im August 1944 und am 9. Februar 1945 verunglimpfen. Unter den Toten waren neben Einheimischen auch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Allein im Februar 1945 starben 600 Buchenwald-Häftlinge, die in Rüstungsbetrieben in der Stadt arbeiten mussten. Innerhalb weniger Minuten hatten 198 englische Flugzeuge 481 Tonnen Bomben abgeworfen. Zur großen Kundgebung auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof werden Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD), der Präsident der Hochschule für Musik, Christoph Stölzl, und KZ-Gedenkstättenleiter Volkhard Knigge sprechen. Zum Abschluss soll Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) reden. Mit den Aktionen wehren sich die Einwohner Weimars gegen eine Verdrehung der historischen Fakten und eine Vereinnahmung durch rechte Gruppierungen. Neben »Aktionen des zivilen Ungehorsams« wollen die Protestteilnehmer mit Musik, Tanz, Lesungen, Filmen und Diskussionen die bunte Vielfalt Weimars sichtbar machen.

Update 8 Uhr:
Fast vier Prozent der Schulstunden fallen aus

Die Zahl der ausgefallenen Unterrichtsstunden an Thüringer Schulen ist gestiegen. Nach Angaben des Bildungsministeriums konnten bei der aktuellen Erhebung in der ersten Dezemberwoche 2014 an allen allgemeinbildenden Schulen 3,9 Prozent der Schulstunden nicht erteilt werden. Im Schnitt ist das knapp jede 25. Stunde und etwas mehr als in den Jahren zuvor. Seit 2011 schwankte der Wert um 3,5 Prozent. »Das Problem ist mir natürlich bekannt und wir arbeiten seit geraumer Zeit an Lösungsmöglichkeiten«, sagte Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke). Ziel sei es, die Personalsituation vor Ort mit 500 neuen Lehrern pro Jahr zu verbessern und eine Vertretungsreserve aufzubauen, die krankheitsbedingte Ausfälle bei den Lehrkräften abfedern soll. Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres würden mindestens 176 neue Lehrkräfte eingestellt, kündigte die Ministerin an. Auf die Vergabe der Halbjahreszeugnisse habe die Lage aber kaum Auswirkungen gehabt: »Lediglich in Einzelfällen konnten keine Noten aufgrund von Unterrichtsausfall erteilt werden«, erklärte das Ministerium. Es werde daran gearbeitet, die Gesundheit der Lehrer weiter zu verbessern, um die Ausfälle zu minimieren. Hier spiele auch die Arbeitsatmosphäre eine Rolle.

Update 7 Uhr:
Thüringen steht bei Filmemachern hoch im Kurs

Alte Burgen und Fabriken, Höhlen, dazu der Thüringer Wald - mit seinen Kulissen hat sich Thüringen nach 1990 zu einem beliebten Drehort für Filme entwickelt. Anfang Februar etwa fiel in Erfurt die erste Klappe für den zweiten Teil von »Pettersson und Findus - Das schönste Weihnachten überhaupt«. 2014 unterstützte die Mitteldeutsche Medienförderung Projekte in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 15,8 Millionen Euro, darunter die Neuverfilmung des Romans »Nackt unter Wölfen« mit 483.000 Euro. Im laufenden Jahr kann Thüringen als Film- und Medienstandort zudem auf drei Grimme-Preis-Nominierungen verweisen. Agenturen/nd

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