Dem scheuen Reh schlottern die Knie

Im britischen Wahlkampf blinkt die Labour Party links - dem Kapital gefällt das nicht

  • Von Ian King, London
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Einst lobten sie Tony Blairs Schmusekurs mit der Geschäftswelt, doch etliche britische Manager betrachten den möglichen Wahlsieg des Sozialdemokraten Ed Miliband als drohende Katastrophe.

Stefano Pessina, italienischer Chef der führenden Apothekerkette Boots, wusste es ganz genau: Ein Sieg der sozialdemokratischen Labour Party bei den britischen Unterhauswahlen in diesem Jahr käme einem wirtschaftlichen Desaster gleich. Andere Orakel des Einzelhandels wie Sir Stuart Rose von Marks & Spencer stießen ins selbe Horn. Die vom Schattenminister Ed Balls betriebene Beruhigungskampagne wichtiger Labour-Vertreter in Richtung Big Business steckt in Schwierigkeiten.

Eigentlich sollte das Gegenteil der Fall sein. Geschäftsleute fürchten Unsicherheit - und der schlimmste Unsicherheitsfaktor in naher Zukunft wäre die von Konservativen und der europafeindlichen Partei UKIP betriebene Volksabstimmung über den britischen Austritt aus der Europäischen Union. Unter Labour würde es erst dann zu einem Plebiszit kommen, wenn neue Verträge die nationalen Regierungen zwingen würden, mehr Macht an Brüssel abzutreten. Anders als vie...


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