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Exodus der Diplomaten

Sanaa: Washington und London schließen Botschaften

Sanaa. Nach der Machtübernahme der schiitischen Huthi-Miliz in Jemen haben die USA und Großbritannien ihre Diplomaten aus dem arabischen Land abgezogen. »Am 11. Februar wurden die Botschaftsmitarbeiter außer Landes gebracht«, teilte das Außenministerium in Washington mit und rief alle US-Bürger zum Verlassen Jemens auf. Frankreich will seine Botschaft in Sanaa am Freitag schließen, Deutschland kündigte noch keine derartigen Schritte an.

Die Huthi-Miliz hatte Ende Januar den Präsidentenpalast eingenommen und seitdem ihre Kontrolle über das Land ausgeweitet. Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi trat ebenso wie die gesamte Regierung zurück und steht faktisch unter Hausarrest. Am vergangenen Freitag verkündete die Huthi-Miliz die Auflösung des Parlaments und die Bildung eines sogenannten Präsidentschaftsrates, der für zwei Jahre eine Regierung bilden soll. Ein sogenannter Nationalrat soll das Parlament ersetzen.

Huthi-Anführer Abdelmalek al-Huthi suchte die Furcht vor Gewalt oder einem Kollaps der öffentlichen Ordnung am Dienstag zu beschwichtigen. »Angst ist unbegründet, die Sicherheitslage ist stabil«, sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache. Er hat den Westen schon mehrfach um Unterstützung für den Vormarsch seiner Miliz in sunnitische Gebiete des Landes gebeten, da es sich dabei um einen Kampf gegen Dschihadisten handele. Die USA bekämpfen Extremisten der sunnitischen Organisation »Al Qaida auf der arabischen Halbinsel« bislang mit Drohnenangriffen. AFP/nd

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