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Mehr Kultur für Schulen, mehr Geld für Kunst

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.
Um Kultur und Kunst stärker im Bildungsangebot auf dem Land zu verankern, sollen Schulen enger mit Einrichtungen, Vereinen und Künstlern vor Ort vernetzt werden. Dafür gibt es jetzt Geld.

Der Schulunterricht in Brandenburg soll nicht nur das Prädikat »pädagogisch wertvoll« tragen, sondern auch künstlerisch wertvoller werden. Dazu wurde ein dreijähriges Projekt der kulturellen Bildung an Schulen gestartet, das Kulturministerin Sabine Kunst und Bildungsminister Günter Baaske (beide SPD) am Mittwoch vorgestellt haben.

Sabine Kunst informierte darüber, dass künftig drei eigens eingerichtete Regionalbüros der Plattform »Kulturelle Bildung« für die Schulen Kontakte zu Theatern, Orchestern, Archiven, Bibliotheken, Museen und Kunstvereinen sowie zu Künstlern herstellen werden. Auf diese Weise sollen regionale Partnerschaften gebildet werden, um in deren Rahmen konkrete Kunstangebote für den Unterricht, Workshops und Runde Tische zu entwickeln. Davon würden nicht nur die Schüler profitieren, erklärte die Ministerin. Sie erwarte auch einen »Lerneffekt für die Kunstschaffenden«, denn die müssten sich auch auf die Schüler einlassen.

Service- und Regionalstellen für die kulturelle Bildung wird es laut Projektleiterin Ulrike Erdmann künftig in Potsdam, Eberswalde und Lübben geben. Um ein Beispiel für derartige Kooperationen zu liefern, werden das Fontane-Gymnasium in Neuruppin, das Bertolt-Brecht-Gymnasium in Bad Freienwalde und die Carl-Dierke-Oberschule in Kyritz zu »Kulturschulen« ernannt.

Christine Kruschel, Schulleiterin in Kyritz, berichtete über positive Effekte des Projekts »Schulradio« für den allgemeinen Unterricht an ihrer Schule. Auf diesem Wege könne »das Leben an die Schule« geholt werden. Beim Projekt kulturelle Bildung gehe es nicht darum, den Schulalltag der Kinder mit weiteren Angeboten zu überfrachten. Vielmehr sollen die künstlerischen Gemeinschaftsaktivitäten in den Lehrplan integriert werden. Die heutigen Rahmenlehrpläne seien bewusst offen gestaltet und würden der Idee entgegenkommen.

Rund eine Million Euro stehen für die kulturellen Bildung an Schulen bereit, die Hälfte davon steuert die Stiftung Mercator bei. Für Künstler im ländlichen Raum ist das eine Möglichkeit, sich über Honorare etwas hinzuzuverdienen, ließen die Akteure durchblicken. Allerdings seien die Schulen angehalten, sorgfältig auszuwählen, was sich gegebenenfalls für den Unterricht eignet. Mehr Lehrerstunden werden den Schulen deswegen nicht zugestanden.

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